Der neue Leiter der Leibniz-Sekundarschule heißt Ingolf Berg. Er hat das Amt nach dem Ausscheiden von Uwe Claus übernommen. Der neue Schulleiter möchte die Berufsorientierung für Schüler noch weiter vorantreiben.

Wolmirstedt l Die Zeiten, in denen Schüler kaum Aussicht auf eine Lehrstelle hatten, sind vorbei. "Immer mehr Betriebe wenden sich an unsere Schule, weil sie Auszubildende suchen", hat Ingolf Berg beobachtet. Das wirke sich auch auf die Motivation der Schüler aus. "Sie sehen, dass sie eine Perspektive haben und viele strengen sich an, um einen guten Abschluss zu bekommen."

Für Ingolf Berg ist das ebenfalls eine Herausforderung, noch stärker auf die Betriebe in der Stadt und der Region zuzugehen. "Wolmirstedter Firmen sind in der Kooperation noch zu wenig vertreten", bedauert er. Am Tag der Berufe, der an der Leibniz-Sekundarschule am 5. März veranstaltet wird, sei bisher gerade mal ein Wolmirstedter Betrieb vertreten. "Das Interesse der Barleber Firmen ist größer", sagt Ingolf Berg und hofft, dass noch mehr Unternehmen aus Wolmirstedt mit ins Boot steigen. "Schließlich möchten wir dazu beitragen, dass die Jugend- lichen nach der Schule bei uns in der Region bleiben." Sein Ziel sind noch mehr Kooperationsvereinbarungen, damit sich Betriebe und künftige Azubis noch besser beschnuppern können.

"Es gibt an der Schule ein gutes, gefestigtes Kollegium."

Ingolf Berg gefallen die Vorraussetzungen, unter denen er die Leitung der Schule übernommen hat. "Eigentlich war es nie mein Ziel, Schulleiter zu werden", gesteht er. Aber als sich Uwe Claus aus dem Berufsleben verabschiedet hatte, stand die Frage des Nachfolgers im Raum. "Es gab hier ein gutes, gefestigtes und einsatz- bereites Kollegium", sagt Berg, "außerdem viele nette Schüler." Die Kollegen hätten ihm zu- geraten, sich um die Schulleitung zu bewerben und irgendwie schien es auch für Ingolf Berg folgerichtig zu sein. "Ich hatte bereits Leitungerfahrung."

Seit acht Jahren arbeitet Ingolf Berg an der Leibniz-Sekundarschule. Er unterrichtet Mathematik, Physik und Astronomie und außerdem war er bereits stellvertretender Schulleiter. Auch schon an der Magdeburger Schule, an der er vorher gearbeitet hatte, die es aber inzwischen nicht mehr gibt. Nun ist er der Chef von 27 Lehrkräften, einer Sozialarbeiterin und einer Sekretärin und verantwortlich für den Lernerfolg von rund 250 Schülern.

Die meisten kommen aus Wolmirstedt oder angrenzenden Orten, das ist über die Schuleinzugsbereiche fest- gelegt. Die beiden Klassen, die unter dem Titel "Produktives Lernen" gebildet sind, stehen jedoch Schülern der gesamten Region offen. In einer achten und einer neunten Klasse kommen Jungen und Mädchen zusammen, die im normalen Schulbetrieb nur schwer ein Bein auf die Erde bekommen haben. Im produktiven Lernen gehören zwei bis drei Tage der Woche der Arbeit in einem Betrieb, die anderen dem Lernen in der Schule. Der direkte Bezug zur Arbeitswelt motiviert oft zum theoretischen Lernen, selbst wenn das in den jungen Köpfen eigentlich schon ab- geschrieben war. Die Leibniz-Schule setzt auch auf die sportlichen Talente der Schüler und trägt bereits mehrmals den Titel der sportlichsten Schule.

Dennoch bleibt das Hauptaugenmerk auf dem Unterricht in der fünften bis zehnten Klasse und auf dem Leben nach dem Schulabschluss. "Im September wollen wir ein neues Projekt starten", verrät der Schulleiter. Dabei stehen die Berufe in der Kfz-Branche im Mittelpunkt. Interessierte Jugendliche der achten Klassen sollen kennenlernen, was den Alltag von Mechatronikern, Bus- oder Lkw-Fahrern ausmacht. Die Fahrschule Thiede hat sich als Kooperationspartner zur Verfügung gestellt. Einmal im Monat sollen Schüler ein Praktikum absolvieren.

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