In Glindenberg hat sich am Mittwoch das Aktionsbündnis "Hochwasserschutz an Elbe und Ohre" gebildet. Die Mitglieder wollen die Verantwortlichen zu schnellerem Handeln mahnen.

Glindenberg l Die Glindenberger geben sich kampfbereit. "Wir müssen uns vor einer Beschwichtigungsstrategie der Behörden schützen", sagt Reinhard Golz. Deshalb haben 23 Bürger am Mittwochabend das Aktionsbündnis "Hochwasserschutz an Elbe und Ohre" aus der Taufe gehoben.

Nach der "Findungsphase" im "Glindenberger Hof" wollen diese Bürger verstärkt an die Öffentlichkeit treten und weitere Mitstreiter gewinnen. "Wir können und wollen nicht alleine strampeln", sagt Gisela Gerling-Koehler, die zusammen mit Reinhard Golz zur Versammlung geladen hatte, "wir wollen unsere Interessen zusammen mit den Wolmirstedtern und Heinrichsbergern bekunden."

Die FDP-Stadträtin denkt auch an den Schutz der Gewerbetreibenden im Handwerkerring und die Bewohner der vom Hochwasser bedrohten Wohngebiete, wie der Obstgarten. "Es geht nicht nur um den Elbdeich, sondern auch um die Ohre", betont sie.

Die zweite Zusammenkunft des Aktionsbündnisses ist für Donnerstag, 27. Februar, um 19 Uhr geplant. "Dann muss der Raum voll werden", hofft Reinhard Golz. Bis dahin soll ein Maßnahmekatalog erarbeitet werden, der den Bürgern als Diskussionsgrundlage dient und den Behörden die Wünsche der Bürger offeriert. Burkhard Rayling setzt auf noch mehr Vielstimmigkeit und schlägt vor, die Forderungen mit einer Unterschriftenliste zu untermauern.

Der Katalog samt Unterschriftenliste soll in einer dritten Veranstaltung im April in Wolmirstedt dem Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU) und den Verantwortlichen des Landesbetriebes für Hochwasserschutz übergeben werden. "Ich werde mich um einen Termin kümmern, der allen Beteiligten entgegen kommt", verspricht Gisela Gerling-Koehler.

Die Glindenberger wollen sich nicht "einlullen lassen", wie Reinhard Golz sagt, "ich bin verwundert, wie schnell alles wieder schön ist, sobald die Sandsäcke weggeräumt sind." Der Ortsteil ist im Juni 2013 nur knapp der Katastrophe entkommen. Nun sitzt den Glindenbergern die Angst vor dem nächsten Hochwasser im Nacken. Ihnen stößt sauer auf, dass der zweite, 4,25 Kilometer lange, Abschnitt des Elbdeiches zwischen Glindenberg und Heinrichsberg laut Planungen des Umweltministeriums erst 2020 saniert sein soll. "Viel zu spät" finden Christiane Mende und Günter Meinhardt. "Wenn der Deich bricht, stehen große Teile von Glindenberg unter Wasser" verdeutlicht sich Volker Thölert.

"Ich halte es für bedenklich", sagt Gert-Volker Grämer, "dass der Bürgermeister den Hochwasserschutz als Landessache betrachtet." Das ist er zwar, aber die Mitglieder des Aktionsbündnisses wollen den Druck auf die Landesbehörden von unten erhöhen. "Wir müssen erreichen, dass wir in der Prioritätenliste der Hochwasserschutzmaßnahmen nach oben rutschen", sagt Gisela Gerling-Koehler. Die Glindenberger setzen auf die Unterstützung durch Bürgermeisters Martin Stichnoth (CDU).

"Ich bin von Hamburg nach Glindenberg gezogen", sagt Axel Dethlefsen, "ich kenne Wasser, aber nicht so." Auch Harry Witt steht voll hinter dem Aktionsbündnis. "Ich habe als Deichläufer der Gefahr permanent ins Auge geschaut und möchte Familie, Haus und Grundstück schützen."

   

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