Wirtschaftsvertreter schätzen die gute Verkehrsanbindung von Wolmirstedt und hoffen auf eine bessere Internetseite der Stadt. Das kam im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes auf den Tisch.

Wolmirstedt l Wolmirstedt braucht eine Perspektive. Welche? Dafür wird ein Stadtentwicklungskonzept erarbeitet. Derzeit liegt der Schwerpunkt auf der wirtschaftlichen Entwicklung.

"Wolmirstedt kann als Standort für Zulieferer, Metallbau, Kunststoffindustrie und Dienstleistung gelten", sagt Doris Bunk vom Fachdienst Immobilen und Planung. An welcher Stelle sich Unternehmen noch ansiedeln können, wird gerade geprüft. "Parallel zum Stadtentwicklungskonzept überarbeiten wir unseren Flächennutzungsplan", sagt Doris Bunk. Bedeutende Änderungen sind bereits vorgesehen. Das Gewerbegebiet Nord II, dort wo bereits Exxelin angesiedelt ist, gilt als ausbaufähig. Hingegen sollen die Gewerbeflächenausweisungen am Handwerkerring nach den Erfahrungen des Juni-Hochwassers 2013 zurückgehen. Auch dem Gewerbegebiet in Elbeu hinterm Mittellandkanal wird keine Zukunft eingeräumt.

Wer bereits hier produziert, scheint sich wohlzufühlen. "Die Wirtschaftsvertreter schätzen die gute Verkehrsanbindung von Wolmirstedt", hat Doris Bunk erfahren. Als großes Manko werden jedoch die langen Wartezeiten an den Schranken in der Glindenberger Straße genannt. Die Gewerbetreibenden vom Handwerkerring ärgern sich darüber schon lange. "Auch die Agrarbetriebe machten darauf aufmerksam, dass es besonders in der Erntezeit ärgerlich ist, solange an den Schranken zu stehen", so Bunk. Nicht nur für die Traktoren und Mähdrescher selbst, sondern auch für die Autoschlange, die hinterherschleichen muss.

Für dieses Problem hält der vorläufige Flächennutzungsplan eine Lösung bereit. "Wir haben eine Überführung über die Bahn in der Nähe des Handwerkerrings geplant", zeigt Doris Bunk. Der Landkreis habe zu dieser Kreisstraße bereits positive Stellung bezogen.

Noch ein weiterer Straßenneubau steht im Blickpunkt der Stadtentwicklung, und zwar die Verkehrsanbindung des Kaliwerkes und der Firma Papenburg an die B189, um Mose und Farsleben zu entlasten.

Als Gewerbegebiet mit Zukunft wird der Lindhorster-Ramstedter Forst nördlich von Mose gesehen. "Besonders durch die Anbindung an die A14 könnte dieses Gebiet interessant werden", sagt Doris Bunk. Allerdings gibt es noch Klärungsbedarf in Sachen Naturschutz.

Im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes werden Unternehmergespräche geführt. Astrid Eichel, die sich im Rathaus unter anderem um die Wirtschaftsförderung kümmert, hat zusammen mit Stefan Westermann vom Stadtplanungsbüro herausgefunden, dass die Unternehmen die Zusammenarbeit mit den Ämtern vorwiegend positiv bewerten. "Es wurde aber auch angesprochen, dass die Wirtschaftsförderung einen höheren Stellenwert in der Verwaltung bekommen muss", so Astrid Eichel.

Als Problemkind gilt die Internetseite der Stadt. "Zum 1.Februar soll sie komplett überarbeitet sein", so Astrid Eichel, "im ersten Halbjahr soll eine Onlineplattform entstehen, auf der Firmen mit der Stadt vernetzt werden können." Die Stadtwerbung auf dem Papier läuft demnächst an. Eine Imagebroschüre für Wolmirstedt ist gerade im Druck.

Die Ansiedlung von weiteren Unternehmen soll nicht nur die Wirtschaftskraft stärken, sondern auch mehr Wolmirstedtern ermöglichen, innerhalb ihrer Stadtgrenzen zu arbeiten. Im Jahr 2013 gab es 3598 Auspendler, das sind Menschen, die in Wolmirstedt leben und anderswo arbeiten. Dem standen 1755 Einpendler gegenüber und 1003 Menschen, die hier leben und arbeiten.

Unternehmermut gibt es auch. 2013 gab es 66 Gewerbean- aber auch 63 Gewerbeabmeldungen. Die Arbeitslosenquote liegt knapp über sechs Prozent.

Das Sorgenkind Innenstadthandel wird übrigens in einer gesonderten Veranstaltung diskutiert.