Eingefroren ist die Baustelle für die neue Hermsdorfer Trauerhalle. Der Vorgängerbau ist schon abgerissen, vier Bäume mussten weichen. Wird das Wetter milder, gehen die Arbeiten weiter. Auch die Lücke der Friedhofsmauer wird geschlossen.

Hermsdorf l Der frische Schnee bedeckt die Trümmer der alten Trauerhalle. Vor der Abrissbirne hatte die Säge über den Hermsdorfer Friedhof geschallt. Wurzeln einer mächtigen Linde hatten sich ins Erdreich unter der alten Trauerhalle gegraben. "Ihre Fällung kam gerade noch rechtzeitig", erklärte Ortsbürgermeister Dieter Dähnhardt. Der Lindenstamm erwies sich nach dem Fall als völlig hohl, von außen war davon zuvor nichts zu sehen gewesen. "Wieder einmal ein Beleg dafür, dass scheinbar gesunde Bäume zur Gefahr für Leib und Leben werden können", unterstrich Dähnhardt.

Neubau wird größer als der abgerissene Vorgängerbau

Weichen mussten auch drei Eschen. Sie hatten sich einst selbst ausgesät - genau dort, wo früher die Friedhofsmauer in Richtung Neue Straße verlaufen war. Die Mauerlücke soll nun im Zuge des Trauerhallenneubaus geschlossen werden. Die Bäume standen schlicht im Weg. "Den Mauerschluss direkt an der Grundstücksgrenze um drei Bäume herum zu ziehen, wäre Unsinn gewesen", erklärte Dieter Dähnhardt.

Die neue Trauerhalle wird mit 11,5 mal 7 Metern deutlich größer als der Vorgängerbau und verfügt neben dem Trauerraum über zwei kleinere Nebenräume. Architektonische Besonderheit des Neubaus ist das vom Trauerraum aus sichtbar bleibende Dachgebälk. Auf eine Zwischendecke hatte die Architektin verzichtet. Durch die indirekte Lichteinstrahlung von außen soll der Innenraum in ein besonderes Licht getaucht werden.

Das Dach wird mit großformatigen anthrazitfarbigen Ziegeln gedeckt. Fensterrahmen und Türen werden in Holz gefertigt - entsprechend den Auflagen des Denkmalschutzes.

Realisiert wird auch die vom Hermsdorfer Ortschaftsrat geforderte Verbesserung der Beheizbarkeit des Innenraums. Die neue Trauerhalle bekommt eine elektrische Fußbodenheizung. Mit einer solchen - nur bei Bedarf einschaltbaren - Variante hat auch die benachbarte Kulturkirche St. Laurentius gute Erfahrungen gemacht.

Dem Abriss folgt der Guss der neuen Bodenplatte

Die Bausumme beläuft sich auf 132000 Euro, ein Teil davon wird durch das Land gefördert. Hinzu kommen Kosten für die teilweise Sanierung und Vervollständigung der Friedhofsmauer.

Sobald ein dauerhafter Anstieg der Temperaturen abzusehen ist, sollen die Bauarbeiten weiter gehen. Nach dem Abschluss der Abrissarbeiten soll zunächst die Bodenplatte für die neue Trauerhalle gegossen werden.

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