Die undichte Regenrinne über dem Eingang der Feuerwehr in Gersdorf bereitet den Kameraden Sorgen. Heruntertropfendes Wasser spritzt Richtung Tor und könnte es vereisen. Die Brandschützer befürchten, dass sie dann im Notfall nicht zu einem Einsatz fahren könnten.

Gersdorf l Unaufhörlich tropft am Dienstag Tauwasser vom Dach des Feuerwehrgebäudes in Gersdorf. Direkt vor dem Eingangstor hat das Wasser längst das Füllmaterial zwischen den Pflastersteinen weggespült. Bei den derzeitigen Temperaturen kann die Lache schnell überfrieren und zur Gefahr werden. Das Wasser spritzt zudem gegen und läuft unter das Tor - und das bereitet den Kameraden noch größere Sorgen.

"Es liegt eine bedingte Einsatzgefährdung vor."

Heinz-Jürgen Tangermann, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf

"Das ist ein Sektionaltor, es schiebt sich nach innen um die Ecke auf. Nun besteht die Gefahr, dass es durch gefrierendes Wasser nicht mehr aufgeht", erklärt Wehrleiter Mario Schielke. Die Brandschützer befürchten, dass sie dann mit ihrem Einsatzfahrzeug nicht aus dem Gerätehaus kämen. "Sollte es bei einer Vereisung zur Alarmauslösung mit Ausfahrt des Löschfahrzeuges kommen, ließe sich das Rolltor erst nach Entfernen des Eises öffnen. Mit anderen Worten: Es liegt eine bedingte Einsatzgefährdung vor", schreibt Feuerwehrmitglied Heinz-Jürgen Tangermann in einem Brief an die Redaktion. Auch laufe das Wasser die Wand hinunter und beschädige das Gebäude.

Bei den Brandschützern aus Gersdorf rege sich deshalb Unmut, da sie "die Zurückhaltung der Gemeinde nicht verstehen können", fügt Tangermann hinzu. Seit Langem schon sei die Rinne kaputt. "Seit September 2013 ist das Problem bei den Zuständigen bekannt", ergänzt Wehrleiter Mario Schielke. Es genügten nur wenige Handgriffe, um den Schaden zu beseitigen, schreibt sein Kollege Heinz-Jürgen Tangermann. "Wir selbst dürfen aus versicherungstechnischen Gründen jedoch nichts unternehmen", erklärt Mario Schielke.

"Dieses Material arbeitet, das ist ganz normal."

Wolfgang Döring, Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Gersdorf

"Die Dachrinne besteht aus PVC und dieses Material arbeitet, das ist ganz normal", erläutert wiederum Kamerad Wolfgang Döring. Die gesamte Rinne bestehe aus mehreren Einzelelementen, die an der Problemstelle auseinandergedriftet sind. Seiner Meinung nach sei es sinnvoll, das schräg zur Rinne zulaufende Metall-Abflussrohr nach der Reparatur der undichten Stelle komplett senkrecht anzubringen.

Die Verwaltung der Einheitsgemeinde Niedere Börde sieht laut Reinhard Schimka vor, die defekte Dachtraufe zumindest teilweise auszutauschen. Ein passendes Stück zu finden sei dem Bauamtsleiter nach jedoch nicht so leicht. "Eine Rinne aus diesem Material gibt es nicht mehr", erklärt er auf Volksstimme-Nachfrage. Die angedachte Lösung: "Ein Dachdecker aus dem Ort will uns eine alte DDR-Dachrinne besorgen", informiert Reinhard Schimka. Von einer alten Baustelle solle diese abgebaut und damit anschließend die Wasserableitung am Feuerwehrgebäude ausgebessert werden - sobald die Witterung es zulasse.

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