Der Zustand des Friedhofes bereitet vielen Bürgern Sorge. Vom Eigenbetrieb Wirtschaftshof wird derzeit eine mit Kosten untersetzte Prioritätenliste erarbeitet. Die wird dem Eigenbetriebsausschuss im Februar vorgestellt.

Wolmirstedt l Wie ein Park liegt der Friedhof inmitten der Stadt. Uralte Bäume bilden Alleen, das Grün dominiert. Dennoch ist der Friedhof ein Ort der Trauer. Dort können Hinterbliebene den Verstorbenen nahe sein. Sie möchten trockenen Fußes zu den Gräbern gelangen und funktionierende Wasserstellen vorfinden, damit die Grabpflege gelingt. Auch die Umrahmung des 55000 Quadratmeter großen Geländes soll ansehnlich sein. Doch die Mauer ist an vielen Stellen marode. An der Farsleber Straße haben Baumwurzeln den Untergrund teilweise angehoben, so dass die Standfestigkeit in Gefahr ist. Die Wege sind nach einem Regen sehr nass und an den Wasserentnahmestellen müssen Bürger achtgeben, damit es nicht spritzt.

Das alles ist dem Eigenbetrieb Wirtschaftshof, dem Stadtrat und der Verwaltung lange bekannt und über die Mängelbeseitigung ist schon oft diskutiert worden. Passiert ist noch nichts. Doch ab diesem Jahr können Friedhofsbesucher hoffen. Zum Eigenbetriebsausschuss am Montag, 24. Februar, soll eine Prioritätenliste vorgestellt werden. Die Kosten für die einzelnen Maßnahmen sind bereits aufgeschlüsselt. Sollten die Ausschussmitglieder zustimmen, können die Arbeiten je nach Haushaltslage begonnen werden.

Eigenbetriebsleiter Wilfried Frenkel sieht die Neugestaltung der Wasserstellen als eines der wichtigsten Anliegen. Weiterhin ist der Platz für die Grünschnittcontainer an der Farsleber Straße ein Dorn im Auge. "Die Container für den Grünschnitt könnten hinter dem Aufenthaltsraum der Friedhofsmitarbeiter an der August-Bebel-Straße stehen", sagt Kreisdenkmalpfleger Erhard Jahn, "dort wären sie versteckt im Gegensatz zum jetzigen Stellplatz an der Farsleber Straße, wo alle vorbeigehen, die vom Bahnhof kommen oder das Landratsamt besuchen."

Erhard Jahn bestätigt, dass auf dem Friedhof dringender Handlungsbedarf besteht. Er hat die erforderlichen Baumaßnahmen mit Kosten untersetzt. Dabei hat er eine Gesamtsumme von rund 600000 Euro errechnet. Neben der Erneuerung des 330 Meter langen Wasserleitungsnetzes inklusive der Zapfstellen und der Umgestaltung des Containerplatzes steckt in der Gesamtsumme unter anderem die Reparatur der Umfassungsmauer, der Zaunpfeiler, die Befestigung der Hauptgehwege, der Abbruch der alten Garagen sowie die Verlängerung der Trauerhalle nach vorn.

"Wir können nicht alles auf einmal erledigen", stellt Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) klar. Das gebe der Haushalt nicht her, es müsse abschnittsweise vorgegangen werden. "Die Sanierung der Friedhofsmauer ist wichtig, aber wir können sie nicht auf Punkt eins der Prioritätenliste setzen", so Stichnoth, "sie ist zwar im Blickfeld der Öffentlichkeit, aber Wege und Wasserstellen werden tagtäglich benutzt und gehören deshalb auf der Liste nach oben." Weiterhin müsse festgelegt werden, welche Wege überhaupt gepflastert werden. Würden alle befestigt, wäre das eine Fläche von 1350 Quadratmetern. Das erfordert rund 94000 Euro.

"Ich halte es für wichtig, den Weg zur Trauerhalle zu pflastern", so Stichnoth, "auf diesem Weg begleiten Menschen ihre Angehörigen zum letzten Mal." Die anderen Wege könnten, wie auch jetzt schon, mit Splitt in Ordnung gehalten werden.

In der Gesamt-Friedhofskonzeption sind auch die Friedhöfe der Ortsteile enthalten. "Als sehr wichtig erachten wir die Einrichtung von Urnengemeinschaftsanlagen in Farsleben und Glindenberg", so das Stadtoberhaupt.

Das Friedhofskonzept gärt schon lange. Bereits am 7. Juni 2012 hatten die Stadträte Kurt Prilloff (CDU), Klaus Mewes (UWG) und Heinz Maspfuhl (SPD) ein solches gefordert. Es hat Vorortbesichtigungen gegeben und Konzepte, die immer wieder ergänzt werden mussten. Nun sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden.