Zur Jahreshauptversammlung hatte die Feuerwehr am Sonnabend nach Glindenberg eingeladen. Über 50 Kameraden und Gäste kamen zu später Stunde ins Gerätehaus. Wo Wehrleiter Andy Opitz den Einsatz der 24 aktiven Kameraden würdigte, dabei an die Flutka- tastrophe erinnerte und die engagierte Arbeit des Fördervereins lobte.

Glindenberg l Auch wenn den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Glindenberg am Sonnabend eine gute Arbeit bescheinigt wurde, gab es zu später Stunde im Feuerwehrgerätehaus regen Gesprächsbedarf. Aus gutem Grund. "Die engagierte und ehrenamtliche Arbeit der Kameraden kann nirgendwo besser gewürdigt werden, als bei der Jahreshauptversammlung", betonte Wehrleiter Andy Opitz im Rechenschaftsbericht.

Mit einer beeindruckenden Video-Präsentation machte der Ortswehrleiter die Kameraden, aber auch zahlreichen Gäste - unter ihnen Bürgermeister Martin Stichnoth und Ortsbürgermeister Alfons Hesse (beide CDU) - auf die Schwerpunkte der verantwortungsvollen Arbeit in den vergangenen zwölf Monaten aufmerksam.

Das Jahr 2013 begann für die Glindenberger Wehr ausgesprochen ruhig. Der erste Mal rückten die Kameraden erst im März aus. Dennoch standen nach zwölf Monaten 17 Einsätze zu Buche. Darunter der am 21. August, als ein Chlorgasaustritt im Schwimmbad des Bodelschwingh Hauses in Wolmirstedt für Unruhe sorgte.

"Auch wenn jeder Einsatz der Kameraden einer zuviel ist, so spricht diese Bilanz für die Umsicht der Bürger. Sie beweist aber zugleich, dass die 24 aktiven Kameraden gute Arbeit geleistet haben", so Opitz.

Glindenberger Kameraden stehen Fluthelfern zur Seite

Ihren Mann standen auch die Glindenberger Kameraden bei der Bekämpfung des Juni-Hochwassers. Andy Opitz erinnerte unter anderem an den Einsatz am 12. Juni, als ein Elbdeich drohte einzu- brechen. Gemeinsam mit den Fluthelfern, dem Technischen Hilfswerk und der Bundeswehr, konnte seinerzeit nach Aussagen des Wehrleiters, im Raum Heinrichsberg eine folgenschwere Katastrophe verhindert werden. Was dem Wehrleiter auch in Erinnerung geblieben ist, war die große Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung.

Ortswehrleiter Andy Opitz fand an diesem Abend auch kritische Worte. So sieht er Reserven in der Mitgliederentwicklung: "Auch 2013 mussten wir aufgrund zu geringer Ausbildungsstunden zwei Kameraden in den passiven Status zurückstufen." Und ein zweites Problem tat sich im vergangenen Jahr auf. Anders als in der Vergangenheit stagniert in Glindenberg die Nachwuchsarbeit. So zählt die Jugendwehr lediglich neun Mitglieder, 2012 waren es noch 13.

"Das Problem müssen wir uns selbst ankreiden", so Opitz. Dabei spricht er auch von der Vorbildrolle, den der Feuerwehrnachwuchs in den eigenen Reihen findet.

Blauröcke sind im Ort nicht nur ein Sicherheitsfaktor

Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Ausbildung vor Ort, aber auch die Qualifizierung auf Kreis- und Landesebene, die die Kameraden im vergangenen Jahr ernst genommen haben. So haben Pascal Maitré und Gunnar Mensing den Lehrgang für ABC-Erkundung absolviert, belegte Mario Kühne den Lehrgang Atemschutzgeräteträger, bestanden Christian Bartels, Hendrik Brandt und Lars Haubitz die Prüfung zum Motorkettensägeführer.

Hilfe von der Stadt braucht die Ortsfeuerwehr Glindenberg bei der technischen Bereitstellung. Der Mannschafttransportwagen ist nach einem Unfall nicht mehr einsatzbereit. Bürgermeister Martin Stichnoth versprach zu helfen, "denn ihr seid ein tolles Team, das in Glindenberg nicht nur einen bedeutenden Sicherheitsfaktor darstellt."

Im Rechenschaftsbericht kam ebenfalls zur Sprache, dass die Blauröcke das kulturelle Leben im Ort beleben. So sind die Kameraden beim Oster-Bosseln nie unter sich, nimmt die Bevölkerung stets regen Anteil am alljährlichen Sommerfest.

Letzter Tagesordnungspunkt der intensiven Jahreshauptversammlung waren Auszeichnungen. So wurden Robert Jacob und Gunnar Mensing zum Löschmeister befördert, Holger Hausmann zum Gruppenführer berufen. Geehrt wurden für zehn Jahre Mitgliedschaft Marion Ruhbaum und Jens Matthes, Marek Görges für 20, Ines Kühne für 30 und Christina Schulze für 50 Jahre.