Wenn Schriftstellerin Annett Gröschner in der Welt umherreist, benutzt sie bei den öffentlichen Verkehrsmitteln immer die Linie 4. Darüber hat sie ein Buch verfasst, das sie jetzt den Besuchern in der Zielitzer Bibliothek vorstellte.

Zielitz l Annett Gröschner ist gebürtige Magdeburgerin. Als Kind nutzte die Wahlberlinerin immer die Linie 4, um von ihrem Wohnort auf dem Werder zu den Großeltern im Stadtfeld zu fahren. "Solange ich denken kann, fahre ich gern Straßenbahn", offenbarte Annett Gröschner ihrem Publikum in der Zielitzer Bibliothek, "ich erinnere mich noch an das Kreischen der Bahnen in den Kurven am Damaschkeplatz." Die Autorin erinnerte auch daran, dass eine Fahrt mit der Magdeburger Straßenbahn nur 15 Pfennige gekostet hat. "Und das von 1918 bis 1990 mit Ausnahme der Inflationszeit."

In Paris gibt es nur bei der U-Bahn eine Linie 4

Ihre Leidenschaft für Straßenbahnfahren hat Annett Gröschner dazu geführt, ein Buch zu schreiben. Überall auf der Welt fährt sie, wenn sich die Gelegenheit bietet, mit einer Straßenbahn der Linie 4. Ihre Erlebnisse dabei, Randnotizen und viele interessante Beobachtungen verknüpft die Schriftstellerin zu kleinen Geschichten rund um die Linie 4. In ihrem Buch "Mit der Linie 4 um die Welt" sind 34 dieser lesenswerten Episoden enthalten. "

Gefahren bin ich die Linie 4 inzwischen schon in 50 Städten", erzählte sie ihren interessierten Zuhörern. Und auch, dass sie nie U-Bahn fährt, weil da der Blick nach draußen meist nicht möglich ist.

"Deshalb ist beispielsweise Paris in diesem Buch nicht enthalten, denn in der Stadt an der Seine gibt es nur eine U-Bahnlinie mit der Nummer 4." Dann liest die Autorin einige ihrer Geschichten. In der siebenbürgischen Stadt Cluj entdeckte sie beispielsweise, dass auf der Linie 4 Straßenbahnen verkehren, die einst in Magdeburg die Menschen an ihr Ziel brachten. "Die Bahnen hatten die Magdeburger Verkehrsbetriebe an Cluj verschenkt. Die Beschriftung war noch vorhanden", so Annette Gröschner.

Mit dem Bus durch den asiatischen Teil Istanbuls

Im türkischen Istanbul fand sie keine Straßenbahn der Linie 4, aber eine Buslinie. "Das war schon wegen der dort eingesetzten Ikarus-Busse interessant", so die Schriftstellerin. Interessant war aber auch, dass dieser Bus durch den asia- tischen Teil der Millionen- metropole fuhr. "Denn in Asien gibt es bei den öffentlichen Verkehrsmitteln meist keine Linie 4, weil sie ähnlich wie bei uns die 13 als Unglückszahl gilt."

Es gibt immer noch Straßenbahnen der Linie 4 auf dieser Welt, mit denen Annett Gröschner noch nicht gefahren ist. Ob daraus eventuell noch ein zweites Buch oder es eine ergänzte Neuauflage geben wird, diese Frage konnte die Schriftstellerin noch nicht beantworten.