Krieg und Frieden ist das Motto, unter dem das Wochenende vom 2. bis 4. Mai auf Schloss Hundisburg und in Althaldensleben stehen soll. Anlass ist der 200. Jahrestag des Sieges über die napoleonischen Truppen. Die Festlichkeiten beginnen am 2. Mai in Althaldensleben.

Althaldensleben/Hundisburg l Der Hundisburger und Leiter des Haldensleber Museums Ulrich Hauer und der Magdeburger Jörg Scheibe, der sich im Magdeburger Freundeskreis Zinnfiguren und im Militärhistorischen Verein Preußisches Leib-Infanterie-Regiment engagiert, sind schon vor etlichen Jahren auf diesen Höhepunkt gestoßen: Am 1. Mai 1814 richtete Johann Gottlob Nathusius auf Schloss Hundisburg ein großes Friedensfest aus. Am 30. April 1814 wurde der Frieden mit den napoleonischen Truppen geschlossen. Nathusius hatte in der Zeit, als Napoleons Truppen Magdeburg belagerten, seine Tabakfabrik nach Althaldensleben verlagert. Schloss Hundisburg, das Nathusius ebenfalls gehörte, war das Hauptquartier der preußisch-russischen Truppen unter General Tauentzien.

Die vor Jahren entstandene Idee wird jetzt in einem Gemeinschaftsprojekt vom Verein Kultur-Landschaft Haldensleben-Hundisburg, Stadtverwaltung Haldensleben und dem Preußischen Leib-Infanterie-Regiment tatkräftig umgesetzt. Bereits am 1. Mai werden die preußischen und französischen Truppen verschiedener Vereine aus ganz Deutschland anreisen.

Erwartet wird zu dem Wochenende auch eine 18-köpfige polnische Abordnung. Dabei handelt es sich um Mitglieder eines militärhistorischen Vereins, der alljährlich in Ciechanow, der polnischen Partnerstadt von Haldensleben, historische Schlachten nachstellt.

Am Freitag, 2. Mai, wird das Festwochenende in Althaldensleben im Landschaftspark beginnen. Da werden die polnischen oder französischen Truppen in Althaldensleben einmarschieren, vielleicht auch plündern, Althaldensleber Bürger werden Widerstand leisten. Die Althaldensleber Geschichte, die Säkularisation des Klosters 1810, das Nathusius danach kaufte, die Einrichtung von Fabriken und auch der Geist der damaligen Zeit, sei es literarisch oder musikalisch, soll in diesen Abend mit einfließen.

Am Sonnabend, 3. Mai, bestimmen die Soldaten das Leben auf Schloss Hundisburg. Auf dem Schlosshof wird ein Militärlager aufgeschlagen, ein Biwak entsteht auch auf der Obstwiese. Im vorderen Hofbereich soll ein Biedermeiermarkt aufgebaut werden. "Dazu haben wir schon viele Mitwirkende", erzählt Kerstin Weinrich von der Stadtverwaltung. Handwerksstände werden einen Einblick in die damalige Zeit geben. Töpfer, Schmied, Blaudrucker, Seilmacher sind einige der Gewerke, die sich vorstellen werden. Ein Biedermeierzimmer wird präsentiert, so dass sich die Besucher auch mit der Lebenssituation vertraut machen können. Dazu wird Rüdiger Timme vom Tischlermuseum Eilsleben aufbauen. Historisches Holzspielzeug kann im Barockgarten ausprobiert werden. Das Schulmuseum wird einbezogen und vieles mehr. Wer sich an diesem Markt noch beteiligen will, kann sich in der Stadtverwaltung melden, wirbt Kerstin Weinrich.

Den Tag über werden zahlreiche militärische und zivile Szenen zu sehen sein. Eine historische Postkutsche nimmt Fahrgäste zu einer Runde durch den Ort mit. Am Abend wird es ein Friedensfest im Hauptsaal geben. Zum Abschluss des Tages erleuchtet ein Feuerwerk den Himmel.

Am Sonntag, 4. Mai, öffnet der Biedermeiermarkt wie am Sonnabend, militärische Szenen wird es jedoch nicht mehr geben, da die Darsteller aus den Vereinen wieder abreisen. Sie haben zum großen Teil sehr weite Wege.