In der Kleiderkammer des Deutschen Roten Kreuzes in Wolmirstedt finden Bedürftige Kleidung zu günstigen Preisen. Ob Hosen, Jacken oder sogar Unterwäsche - besonders seit dem Jahresbeginn sind die Regale mit Textilien aller Art gut gefüllt.

Wolmirstedt l Die Kleiderkammer in der Wolmirstedter Heinrich-Heine-Straße ist mit Textilien aller Art gut gefüllt. Und zur Zeit kommen sehr viele Kleiderspenden dazu, sagt Kirsten Brickzinsky. Die Mitarbeiterin vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) ist in Wolmirstedt Ansprechpartnerin der DRK-Station, zu der auch die Kleiderkammer gehört und die Bedürftigen zu günstiger Kleidung verhilft.

Zu Beginn des neuen Jahres, so schätzt Kirsten Brickzinsky, haben sich viele Bürger die Zeit genommen, ihre Schränke auszusortieren. "Wir haben auch neue Kleidercontainer bekommen, da wir den Anbieter gewechselt haben. Die jetzigen Container sehen sehr viel schöner aus als die alten. Ich gehe davon aus, dass diese beiden Umstände dazu beigetragen haben, dass die Menschen gerade so viele Kleider spenden", erklärt sie. Darunter sei Sommer- wie Winterbekleidung, "eben alles, was die Menschen gerade los werden wollen," sagt Brickzinsky.

Ob Hosen, Jacken, Handtücher, Ski-Anzüge oder sogar Unterwäsche, die Auswahl in der Kammer ist groß. Wöchentlich kommen neue Säcke an Kleidung hinzu. Nicht alle Textilien können jedoch an Bedürftige weitergereicht werden, erklärt Kirsten Brickzinsky. Dreckige und zerrissene Kleidungsstücke würden die Mitarbeiter aussortieren.

"Die Textilien, die wir bei uns in die Regale einsortieren und auf die Kleiderständer hängen, nehmen die Bedürftigen in großen Mengen mit. Manchmal haben wir sogar eine kleine Warteschlange vor der Tür", sagt Brickzinsky. Nur zwei Menschen dürfen zeitgleich in der Kammer stöbern. Dazu haben sie ungefähr 20 Minuten Zeit. Dann dürfen die Nächsten in den Regalen nach Kleidungsstücken suchen. Zu den Öffnungszeiten unter der Woche kommen täglich bis zu 30 Personen - hauptsächlich Frauen, berichtet Brickzinsky.

In der Kleiderkammer kostet jedes Stück einen "symbolischen Euro", wie Brickzinsky ihn nennt. "Almosen wollen die Bedürftigen nicht. Außerdem muss sich die Kleiderkammer tragen können. Wir bezahlen mit den eingenommenen Beträgen zum Beispiel Teile der Stromgebühren", erläutert die DRK-Mitarbeiterin.

"Kinderkleidung verkauft sich leider nicht so gut", erklärt wiederum Gabriele Grieger, während sie einige Pullover zusammenlegt. Grieger ist eine von fünf ehrenamtlichen Helfern in der Kammer. Dabei seien vor allem die Sachen für die Kleinsten im besten Zustand. "Wir haben unter anderem schöne Jacken in jeglichen Größen dabei, aber durch die Kinderbörsen in der Umgebung kaufen nicht so viele Menschen bei uns Kinderkleidung", sagt Grieger.

Wer zur Kleiderkammer kommt, bleibt anonym, wenn er das möchte. "Manche Menschen fühlen sich unwohl bei dem Gedanken, dass sie andere Menschen um Hilfe bitten müssen. Deswegen kontrollieren wir nicht, welche Bedürftigen zu uns kommen", informiert Grieger. Am meisten freue es die Ehrenamtlichen, eine positive Rückmeldung zu bekommen. "Wenn eine Mutter zu uns kommt und sagt, dass sich ihre Tochter sehr über die neue Hose gefreut hat, dann ist das toll und motiviert mich zusätzlich", sagt Jeannette Prellberg, die seit zehn Jahren ebenfalls ehrenamtlich in der Kleiderkammer arbeitet. Erst kürzlich sei die Einrichtung umgestaltet und übersichtlicher gemacht worden, damit jeder Bedürftige das Gesuchte schnell findet.