Die Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde haben in den elf Jahren ihrer Vereinsgeschichte schon einige Einblicke in die Geschichte ihres Dorfes ermöglicht. Die nächste Ausstellung soll sich auf den Ersten Weltkrieg beziehen.

Rogätz l Die Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde um die Vorsitzende Margitta Häusler haben ihre nächste Aus- stellung in Planung. Zum Blütenfest Anfang Mai dieses Jahres soll diese im unteren Raum des Klutturmes eröffnet werden. Schon vor Monaten ist Margitta Häusler auf die Idee gekommen, den Ersten Weltkrieg zum Thema dieser Ausstellung zu machen, schließlich jährt sich dessen Beginn in diesem Jahr zum 100. Mal.

Der Zusammenhang mit dem Elbedorf wird sich finden lassen, auch wenn mancher sagt, dort sei der Erste Weltkrieg nicht gewesen. Aber zum Beispiel, so hat sich Margitta Häusler erzählen lassen, sind während der Erntezeit im August 1914 zeitgleich 52 junge Männer aus Rogätz einem Aufruf gefolgt und in den Krieg gezogen. Entgegen ihrer ersten Erwartungen kamen sie nicht so bald zurück, einige auch gar nicht.

Zwei Postkarten aus Kriegzeiten sollen so in der Ausstellung das Schicksal eines jungen Soldaten dokumentieren. Eine hat er selbst noch geschrieben wenige Tage, nachdem er in den Krieg gezogen war. Die Versetzung an die belgische Grenze stand kurz bevor. Wenige Wochen später folgte die zweite Karte an die Familie, diesmal von der Kommandantur. Es war die Todesnachricht mit einem Bild von einem Soldatenfriedhof. Die Schwester des getöteten Soldaten, Minna Reppin aus Rogätz, trug daraufhin als Zeichen der Trauer ein schwarzes Tuch. Ebenso wie bei einem zweiten Bruder, der ebenfalls im Krieg umkam. Die Familie von Wilhelm Schlüter, dessen Oma Minna Reppin war, hat das Tuch und so auch seine Geschichte bis heute aufbewahrt. Auch dieses soll in der Ausstellung zu sehen sein.

"Außerdem habe ich schon allerhand Fotodokumente und Karten aus dieser Zeit bekommen, die unter anderem auch Rogätzer zeigen", so die Vereinsvorsitzende. Sie hat sich die Zeit genommen, um im Wolmirstedter Museum in alten Zeitungen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges zu blättern und zu recherchieren, was dort damals zu lesen war - spe- ziell auch über das Elbedorf Rogätz. "Wir bemühen uns, in der Ausstellung viel über Rogätz auszusagen", erklärt Margitta Häusler das Ziel.

Deshalb sollen die Dokumente aus Papier auch mit Haushaltsutensilien, die zu der Zeit auch in Rogätz in Gebrauch waren, angereichert werden. "Vielleicht hat jemand noch ein altes Kochgeschirr, das sich der Zeit des Ersten Weltkrieges zuordnen lässt", sagt die Vereinsvorsitzende und bekundet somit ein großes Interesse an Leihgaben, die die Ausstellung noch weiter bereichern könnten. Bis Oktober - also auch über das Klutturmfest im September hinaus - soll die Ausstellung gezeigt werden. "Danach werden auch alle Leihgaben wieder zurückgegeben", so Margitta Häusler, die hofft, dass noch viele Rogätzer in ihren Schätzen aus früheren Zeiten kramen.

Die Rogätzer Heimat- und Kulturfreunde sind über die Vorsitzende Margitta Häusler telefonisch unter der Nummer 039208/24533 oder im Internet unter www.heimatfreunde-rogaetz.de zu erreichen.