100 Haushalte in Mose werden seit Mittwochnachmittag über eine Notleitung mit Trinkwasser versorgt. Nach einer Havarie musste die Hauptleitung unterbrochen werden. Die Reparaturen werden voraussichtlich bis kommenden Freitag andauern. Das Problem, die defekte Stelle befindet sich unter der vielbefahrenen Bundesstraße 189.

Mose l Ein undichte Stelle in der Trinkwasserleitung im Kreuzungsbereich der Bundes- straße in Mose hält die Mitarbeiter des Wolmirstedter Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WWAZ) seit Mittwoch in Atem (Volksstimme berichtete). Was als Routinemeldung in der Zentrale auflief, entpuppt sich vor Ort als folgenschwere Havarie, die frühestens zum nächsten Freitag behoben werden kann.

In den späten Abend- stunden des 11. Februar, so der WWAZ-Betriebsleiter Claas Heinemann, lief in der Zentrale ein Notruf eines besorgten Bürgers aus Mose ein, dass es im nördlichen Einmündungsbereich der Dorfstraße auf die B 189 Wasser austritt. Nach der ersten Begutachtung wurde entschieden, tags darauf die genaue Schadens- ursache durch eine Spezialfirma ermitteln zu lassen. Schnell stellte sich dann heraus, dass sich die schadhafte Stelle an der Trinkwasserleitung direkt unter der stark frequentierten Bundesstraße 189 befindet. "Damit potenzierte sich das Problem zu einer schweren Havarie", erläuterte Heinz Ehrecke, Leiter des Meister- bereiches Trinkwasser, "denn wir können weder die Bundesstraße sperren lassen, noch die Fahrbahn aufreißen, um an die schadhafte Stelle zu kommen." Die einzige machbare Lösung: Mithilfe einer Horizontalbohrung muss das neue, 15 Meter lange Teilstück der Trink- wasserleitung eingebracht werden - doch das dauert.

Um größeren Schaden zu verhindern, wurde die Trinkwasserleitung in diesem Bereich unterbrochen, um eine Notleitung zu installieren. Das bedeutete, dass am Mittwoch im Zeitraum von 8 bis 15.45 Uhr etwa 100 Haushalte in Mose ohne Trinkwasser waren.

"Das ,Abdrehen` des Wasserhahns traf die Einwohner, aber vor allem die ortsansässigen Firmen, nicht völlig unerwartet", so Ehrecke, "wir haben zuvor die betroffenen Bürger informiert, so dass noch Wasserreserven angelegt werden konnten." Inzwischen sind die Haushalte, dank der 175 Meter langen Notleitung, wieder mit Trinkwasser versorgt.

Die alte, schadhafte Trinkwasserleitung zeitnah durch eine neuwertige zu ersetzen, bringt Probleme mit sich, erläutert Claas Heinemann. Dazu ist eine aufwendige Querung in einem Schutzrohr unter der Fahrbahn hindurch erforderlich. Doch zahlreich Medien, wie Elektrokabel, eine Hochdruckgasleitung und die Trinkwasserhauptversorgungsleitung, erschweren die Arbeiten erheblich.

Seit gestern sind nun Spezialisten für Horizontalbohrungen aus dem Spreewald vor Ort in Mose. "Nach den ersten Untersuchungen", so Vorarbeiter Roberto Westphal, "können wir frühestens am Montag mit den Bohrungen beginnen. So dass spätestens am Mittwoch das Schutzrohr eingebracht ist." Heinz Ehrecke rechnet damit, dass es dann noch einmal bis Freitag dauern wird, bis auch die neue Trinkwasser- leitung verlegt und angeschlossen ist, "und damit wieder eine stabile Versorgung in Mose mit Trinkwasser gewährleistet ist. Wobei ich sagen muss, dass die Anwohner von Anbeginn der Reparatur- arbeiten dem WWAZ gegenüber viel Verständnis gezeigt haben".

Abschließend betonte Claas Heinemann, dass man aber auch in Zukunft solche Havarien, gerade bei den Altbeständen an Trinkwasserleitungen, nicht komplett ausschließen kann.