Einmal war die neue Wärmebildkamera der Barleber Feuerwehr schon im Einsatz. Das Gerät soll dabei helfen, Personen schneller zu finden und gezielt nach Glutnestern bei Bränden zu suchen.

Barleben l Als in Barleben Mitte Januar eine Gartenlaube brennt, holt Feuerwehrmann Patrick Säuberlich die neue Wärmebildkamera aus dem Rettungsfahrzeug. Das Gerät soll ihm zeigen, wo sich die Glutnester befinden, also wo der Brand seinen Ursprung genommen hat. Dann könne das Löschwasser gezielt auf diese Nester gespritzt werden, erklärt der Barleber Feuerwehrmann. "Wir können so den Wasser- Einsatz reduzieren und den Brandschaden gering halten. Das bedeutet weniger Kosten für uns und auch für den Eigentümer", sagt Patrick Säuberlich.

Der Brand in der Gartenlaube Mitte Januar war der erste und bis jetzt einzige Einsatz der neuen Wärmebildkamera, die sich die Barleber Ortsfeuerwehr Ende des vergangenen Jahres angeschafft hat. Das vorhergehende Modell ist laut Ortswehrleiter Daniel Säuberlich zwar noch funktionsfähig, aber weit überholt. "Unsere alte Kamera entspricht nicht mehr dem Stand der Technik, den wir für unsere Einsätze benötigen." Das alte Modell könne zwar die Abstufungen der verschiedenen Temperaturen von Menschen, Bäumen und anderen Gegenständen darstellen, aber nur in Schwarz und Weiß. "Bei der neuen Kamera werden die Wärmequellen in Farbe dargestellt, es lassen sich Menschen besser vom Umfeld unterscheiden", erläutert der Ortswehrleiter. Mit der neuen Wärmebildkamera könne explizit nach Menschen gesucht werden. "Wenn ein Raum zum Beispiel voller Qualm ist und du deine Hand nicht mehr vor Augen siehst, spielt das für das Gerät keine Rolle", erklärt Daniel Säuberlich. "Die Kamera blendet den Qualm aus und die Suche geht schneller", fügt Atemschutz-Gerätewart Lars Henning hinzu.

Die handliche Wärmebildkamera verfügt über einen kleinen Bildschirm, der die Umgebung in verschiedenen Modi "durchleuchten" kann. Neben der Personensuche lassen sich auch Gefahrengüter auf dem Bildschirm darstellen. "Dann sehen wir beispielsweise den Füllstand in einer Tonne", sagt Daniel Säuberlich. Er demonstriert auf der Kamera die Funktion "Thermo Scan", die alles gelb markiert, was eine Temperatur von über 30 Grad besitzt. Auf dem Bildschirm leuchtet der Kopf eines Feuerwehr-Kollegen und das Dach eines Hauses, "weil die Sonne gerade darauf scheint", erläutert Daniel Säuberlich.

Wegzudenken sei die Wärmebildkamera nicht mehr. "Wir waren 2004 die erste Feuerwehr, die sich eine Wärmebildkamera angeschafft hat", erinnert sich Patrick Säuberlich. Seitdem sei sie oft zum Einsatz gekommen. Für rund 20 Feuerwehreinsätze von durchschnittlich 70 im Jahr werde die Kamera benötigt. Billig sei das Gerät nicht gewesen. Man könne sich wahrscheinlich einen Kleinwagen davon leisten, vermutet Lars Henning. "Wir können so aber mehr Sicherheit für die Bürger gewährleisten", betont Patrick Säuberlich. Und das sei das Wichtigste.