100 Stunden im Dienste der Kinder. Die Erzieherinnen aller zwölf kommunalen Kitas der Hohen Börde haben ein dreiviertel Jahr gebüffelt, diskutiert und praktiziert, wie sie den Alltag für die Knirpse noch besser gestalten können.

Irxleben l Die Theorie erfolgreich in die Praxis überführen, das Landesprogramm "Bildung elementar" für Kitas kreativ im Erziehungsalltag anwenden ist das große Ziel eines 100-Stunden-Weiterbildungsprogramms, das inzwischen alle Erzieherinnen der zwölf kommunalen Kitas absolviert haben. Mit einer Präsentation ihrer Konzepte und Ideen für die schöpferische Umsetzung von "Bildung elementar" feierten die Irxleber Erzieherinnen ihren Abschluss und die Verleihung der Zertifikate.

Das 2004 eingeführte Programm "Bildung elementar - Bildung von Anfang" erfährt seit 2009 im Land eine vertiefende Fortschreibung. Das theoretische Fundament des Programms soll in einem 100-Stunden-Kurs unter der Anleitung von Bildungsreferenten in der konkrete Kita-Praxis angewandt werden.

Im Wechsel von theore- tischen Blöcken mit sich anschließenden Praxisphasen probieren die Erzieherinnen Anregungen und Ansätze aus, besprechen ihre Erfahrungen, Vorbehalte, eigenen Ideen und Wünsche.

Die Kinder bleiben nicht außen vor, auch ihre Äußerungen werden im Kita-Alltag zum Anlass, Altgewohntes zu überdenken, Neues zu testen und Verbesserungsversuche vorzunehmen. Mit ihrem Bildungsreferenten werten die Erzieher aus, welche Hürden und Erfolge in der Praxis auftreten.

Andreas Giersch ist einer der 50 Bildungsreferenten, die die Kitas im Land beim 100-Stunden-Kurs fachlich begleiten. Giersch hat alle zwölf kommunalen Kitas der Hohen Börde betreut. Er wird aller Voraussicht nach auch die nächste Stufe - die Einführung eines Qualitätsmanagements an den kommunalen Kitas der Hohen Börde betreuen. Damit soll das im 100-Stunden-Kurs gewonnene Potenzial aller zwölf Kitas zum einheitlichen Standard der Kinderbetreuung in der ganzen Hohen Börde werden.

"Der Kurs soll ein Anfang von Veränderungen und Verbesserungen sein", erklärte Giersch. Seine gestandenen Eleven aus der Irxleber Kita "Pittiplatsch" berichteten in ihren Präsentationen von ihren Erfolgen auf dem Wege dahin. Das kann in der Praxis ein Spiegel bei den Krippenkindern sein, ein einfaches Mittel, um die Wahrnehmung von sich selbst und von anderen Kindern zu schulen. Es sind Dinge wie ein Schrank zum Verkleiden, eine Raumgestaltung für kürzere Wege, eine Kuscheldecke in der Kuschelecke. Sortierkisten um ans Ausräumen zu gewöhnen oder Piktogramme an den Kleiderhaken und in den Waschräumen können Bildungs- erlebnisse lancieren, die Spaß machen und das Miteinander optimieren. Auch das Reflektieren über Erfahrungen in der Eingewöhnungsphase der Kleinen sind Schritte, die während des vergangenen Dreiviertel-Jahres ausprobiert wurden. Der Austausch im Team soll dabei ständiger Begleiter bleiben.