Barleben l Der Adamsee ist Rastplatz für Wasservögel und am Sonnabend machten sich rund 20 Naturfreunde auf den Weg, um diese Vögel zu zählen. Viele hatten Ferngläser mitgebracht, robuste Schuhe waren bei dem Spätwinterwetter ein Muss. "Wir rechnen unter anderem mit Stockenten, Schnatterenten, Haubentauchern und Lachmöwen", macht Herbert Bilang deutlich.

Nabu konnte Einfluss auf Renaturierung nehmen

Zur Exkursion hatte der Nabu-Kreisverband eingeladen. Der Vorsitzende Jörg Bremer wollte den Naturfreunden am Sonnabend Vormittag jedoch nicht nur die Wasservögel nahe bringen, sondern auch über den Lebensraum im Kiesabbaugebiet informieren. "Wir als Nabu hatten hier viele Möglichkeiten auf die Gestaltung und Renaturierung des Areals Einfluss zu nehmen", zog er eine positive Bilanz. Ein Naturlehrpfad ist entstanden, das Kiesabbauwerk hat bei der Urbarmachung von Feuchtwiesen und Uferzonen geholfen. "Wir hatten ein Konzept und das hat wohl überzeugt", nennt Jörg Bremer das Erfolgsrezept für die Zusammenarbeit.

Der Adamsee ist im Ergebnis des Kiesabbaus entstanden, wird im Endeffekt aber wohl nicht so groß werden, wie ursprünglich geplant, teilte Bremer mit. Dennoch hat sich ein eigener Lebensraum entwickelt, bei dem die Mitglieder des Naturschutzbundes auch künftig ein wenig Entwicklungshilfe leisten. "Auf den Wiesen möchten wir einheimische Pflanzen ansiedeln", so Bremer, "wir impfen die Gebiete mit wenigen Exemplaren in der Hoffnung, dass sie sich ausbreiten."

Die Nabu-Experten haben ein stetes Auge auf die Vogelwelt, die zweimal im Jahr gezählt wird. So werden Veränderungen erkannt. "Früher gab es hier viele Kiebitze", so Bremer, "die sind nicht mehr da. Dafür Austernfischer, Flussregenpfeifer und Nilgänse."

Um bei der Vogelzählung dabei zu sein, ist nicht zwingend ornithologisches Expertenwissen erforderlich. Carola Lindner von der Nabu-Gruppe Schönebeck reizt vor allem die Bewegung an der frischen Luft. "Dabei vertiefe ich mein Hintergrundwissen über die Vorgänge in der Natur", sagt die 50-Jährige.

Ergebnisse der Vogelzählung werden nach Halle gemeldet

Monika Hillmer ist aus Plötzky angereist. Die 62-Jährige mochte schon immer Land, Leute und Natur. "Jetzt, wo ich Rentnerin bin, habe ich mich für die Arbeit in der Schönebecker Nabu-Gruppe entschieden", sagt sie. Sie hält die Arbeit für sinnvoll und freut sich, dass sie das erworbene Wissen an die nachfolgende Generation, speziell an ihre drei Enkel, weitergeben kann.

Die Ergebnisse der Wasservogelzählung werden an die Landeskoordinationsstelle in Halle gemeldet. Dort werden sie in den Jahresbericht aufgenommen.

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