Die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Burgstall endete mit einem Paukenschlag. Wehrleiter Karl-Heinz Thieme gab seinen Rücktritt zum 28. Februar bekannt und meldete sich gleichzeitig aus der Einsatzabteilung ab.

Burgstall l Karl-Heinz Thieme ließ sich mit seiner Rücktrittsverkündung Zeit. Zunächst verlas er den Rechenschaftsbericht über die Arbeit der Burgstaller Wehr im vergangenen Jahr, den er wie immer mit teils kritischen, teils humorvollen Anmerkungen kommentierte. Erst nach der Diskussion und der Ehrung verdienter Kameraden gab der Wehrleiter seine Rücktrittserklärung bekannt.

Karl-Heinz Thieme, der vor einigen Wochen 60 Jahre alt wurde, führte dafür gesundheitliche Gründe an. "Ich werde aber weiterhin mit Rat und Tat der neuen Wehrleitung zur Seite stehen sowie in der Alters- und Ehrenabteilung mitarbeiten", versicherte der Wehrleiter, dem dieser Schritt offensichtlich nicht leicht gefallen war. Seine sechsjährige Amtsperiode wäre erst in zwei Jahren zu Ende gewesen.

Der Rücktritt sorgte für Betroffenheit bei allen Kameraden und auch bei Verbandsgemeindewehrleiter Egbert Fitsch. "Ab 1. März wird der stellvertretende Wehrleiter Enrico Hahn die Wehr führen. Danach ist in der Wehr eine Wahlversammlung einzuberufen, auf der der neue Wehrleiter von den Kameraden vorgeschlagen werden kann. Die Berufung in das Ehrenbeamtenverhältnis erfolgt dann durch den Verbandsgemeinderat", erläuterte Egbert Fitsch den weiteren Verfahrensweg.

Im Rechenschaftsbericht hatte Karl-Heinz Thieme die vier Einsätze im vergangenen Jahr beschrieben. Dabei handelte es sich um technische Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall, eine Fehlalarmierung sowie zwei Hochwassereinsätze. In den dramatischen Junitagen verbauten die Burgstaller Kameraden Sandsäcke im Bertinger Feriendorf und pumpten in Heinrichsberg das Drängwasser ab.

Um für die Einsätze fit zu sein, tun die Feuerwehrleute einiges. So treffen sie sich jeden Sonnabend zur Ausbildung, führen Bewegungsfahrten mit dem Einsatzfahrzeug durch, wässern im Sommer kommunale Grünflächen, rühren die Flachspiegelbrunnen im Dorf oder büffeln Theorie. Darüber hinaus wurden mehrere Lehrgänge erfolgreich absolviert.

Auch die Jugendwehr trifft sich sonnabends regelmäßig. Höhepunkt für den Nachwuchs war die mehrtägige Fahrt nach Alpen zum 50-jährigen Bestehen der dortigen Partner-Jugendwehr.

Auch viele gesellschaftliche Ereignisse im Dorf wären ohne die Kameraden der Feuerwehr nicht möglich. Thieme nannte unter anderem das Neujahrs- und das Oktoberfeuer, das Maibaumrichten oder den Ball der Aktiven, den Feuerwehr, Sportverein und Schützenverein gemeinsam feiern.

Auch der alljährliche Tag der offenen Tür im Burgstaller Gerätehaus zählt mittlerweile zu den Höhepunkten im Dorfleben. Im vergangenen Jahr wurden dabei Spendengelder für Hochwasseropfer eingeworben. "Die Spende haben wir auf 200 Euro aufgestockt und in Fischbeck übergeben", berichtete der Wehrleiter. Im Jahr 2013 leistete die Ortsfeuerwehr Burgstall 1686 Stunden zum Allgemeinwohl. Das sind 94 Stunden pro Kamerad.