Die Kopfweiden an der Ohre haben eine neue Frisur bekommen. Junge Naturschützer haben die Bäume geschnitten und starke Äste an der ehemaligen Zuckerfabrik in die Erde gesteckt.

Wolmirstedt l Ein gutes Dutzend junger Leute im Alter zwischen 16 und 25 Jahren engagierte sich am Wochenende in der Ohrestadt für den Naturschutz. Konkret ging es bei dem Einsatz der Naturschutzjugend Sachsen-Anhalt (Naju) um das fachgerechte Beschneiden der Kopfweiden an der Ohre, ganz in der Nähe der Amtsbrücke.

Pluspunkte waren das frühlingshafte Wetter und - wie alle Beteiligten mehrmals betonten - die "hervorragende" Betreuung durch das Bildungs- und Freizeitzentrum in der Triftstraße. Die Naturschützer aus Magdeburg, Schönebeck, Niederndodeleben, Bertingen und sogar Osterburg waren bereits am Freitagabend angereist, um am Sonnabend gleich nach dem Frühstück loszulegen.

An der Aktion hat sich kein Wolmirstedter beteiligt

"Leider hat sich trotz unseres Aufrufes kein Wolmirstedter angeschlossen", bedauerte Betreuer Hartwig von Bach. Selbstverständlich war die Aktion mit dem Naturschutzbund und der Unteren Naturschutzbehörde im Bördekreis abgestimmt. Die Verantwortlichen hatten auch festgelegt, wo die jungen Leute Leiter, Axt und Astschere ansetzen dürfen.

Willkommen sind solche ehrenamtlichen Einsätze immer, da die Kommunen dafür keine Kapazitäten haben. Mit Blick auf die imposante Schlossdomäne am gegenüberliegenden Ufer kamen die Schüler, Studenten und Azubis schnell voran. Eine Gruppe schnitt die langen Äste ab, die anderen kümmerten sich um die Entsorgung des Schnittgutes. Die starken Äste wurden aussortiert und am nächsten Tag entlang des nördlichen Flussufers in Höhe der alten Zuckerfabrik in die Erde gesteckt. "Wir hoffen, dass sie Wurzeln treiben und neue Kopfweiden wachsen", sagt Malte Unger.

Für den jungen Mann war es der erste Einsatz dieser Art. Deshalb war es hilfreich, dass zu dem Wochenendeinsatz auch Vortrag und Seminar zur Kopfweidenpflege gehörten. "Diese Art Kulturnutzung findet ja praktisch nicht mehr statt. Es liegt der Naju deshalb viel daran, dass die jungen Leute die Notwendigkeit der Pflege verstehen und lernen, wie es praktisch geht", erklärt der Betreuer.

Der war von dem Elan der jungen Leute, die sonst meist auf Streuobstwiesen für den Naturschutz aktiv sind, sehr angetan. Seit zwei Jahren engagiert sich beispielsweise Leonhard Sommer aus der Landeshauptstadt für den Naturschutz. Der 19-Jährige studiert Agrarwissenschaft. "Dies ist wirklich ein idyllisches Fleckchen Natur, das geschützt und gepflegt werden sollte. Vielleicht schließen sich ja das nächste Mal Wolmirstedter an. Es macht so viel Spaß in der Gemeinschaft Gleichgesinnter etwas Nützliches für den Artenschutz zu leisten. Und Arbeit in der Natur finde ich ausgesprochen entspannend."

Mehr zur Arbeit der Naturschützer unter www.naju-lsa.de.

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