Der Kita "Ohrespatzen" wurde zum zweiten Mal der Titel "Haus der kleinen Forscher" verliehen. Damit wird das Engagement für die naturwissenschaftliche und technische Frühbildung gewürdigt.

Wolmirstedt l Romy Beyer und Paul Otto bauen Lavalampen. Und Raketen. Beide sind drei Jahre alt und können mit der Pipette umgehen. Wer die Kita "Ohrespatzen" besucht, wird früh an Mathematik, Chemie und Physik herangeführt. Die Zutaten für die Experimente stehen meist zu Hause in der Küche. Essig, Öl, Backpulver, Brausetabletten und Farbe.

Christin Wegner von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Magdeburg freut sich über die Raketen, die eben doch Tablettenröhrchen waren. "Die Wirtschaft wünscht sich Fachkräfte, deshalb begrüßen wir, dass bereits die Jüngsten der Technik und Naturwissenschaft gegenüber aufgeschlossen werden." Die IHK Magdeburg ist der regionale Partner der gemeinnützigen Stiftung "Haus der kleinen Forscher", die ihren Sitz in Berlin hat. "Wir bieten die regelmäßigen Fortbildungen für Erzieherinnen an", so Christin Wegner.

Aus der Kita "Ohrespatzen" nimmt Heike Klösges an den Workshops teil und gibt das Wissen an die anderen Kita-Erzieherinnen weiter. Einmal im Monat erleben die Kinder einen themenbezogenen Forschertag. Da experimentieren die Kinder gezielt. Wenn nötig, mit Schutzkleidung. "Unsere Brille schützt die Augen", weiß Paul. "Allerdings gehört die Forscherarbeit bei uns täglich dazu", erzählt Kita-Leiterin Petra Bierotte. Die Kinder nehmen ihre Lupen gern mit auf den Spielplatz und sie wissen, wenn sie Steine in einen Wassereimer füllen, läuft das Wasser irgendwann über. Mit den Formeln dafür werden sie sich erst Jahre später beschäftigen. "Jetzt ist es wichtig, dass die Kinder selbst etwas tun, dass sie Natur, Farben und Klänge erleben", sagt Jacqueline Holze. Ihre Tochter Hedi ist zwar erst zweieinhalb Jahre alt, aber erliegt bereits jetzt der Faszination der sprudelnden Lavalampe.

Jacqueline Holze gehört zu den Müttern, die zur Verleihung des Titels "Haus der Kleinen Forscher" in die Kita gekommen sind.

Die Mitarbeit der Eltern ist für die Verleihung des Titels von großer Bedeutung. "Wir schauen, ob die Eltern einbezogen werden und ob die frühwissenschaftliche Arbeit im Kita-Alltag einen Platz findet", betont Christin Wegner. Um die Plakette muss sich die Kita alle zwei Jahre neu bewerben. Am Haus der "Ohrespatzen" hängen nun zwei Schilder.

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