Eine neue Entdeckertour, genannt "Grünes Band", hat die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Flechtinger Höhenzug für Nah- erholung und Tourismus aufbereitet und in einem Flyer erlebbar gemacht.

Morsleben l Beim Grünen Band handelt es sich um den durch die vergangene Teilung Europas und Deutschlands hinterlassenen Grenzstreifen, der sich auf einer Länge von 8500 Kilometern vom Eismeer im Norden Norwegens bis zum Schwarzen Meer an der Grenze zur Türkei erstreckt und weitgehend naturbelassen ist.

Innerhalb dieses Streifens bilden der Landkreis Börde östlich und der Landkreis Helmstedt westlich einen Korridor voller Zeitgeschichte, den es zu entdecken und erforschen lohnt.

Darum hat sich innerhalb der LAG eine Fachgruppe unter Leitung des Regionalmanagements des Landkreises Börde um die inhaltlichen Fragen gekümmert. Das Ergebnis: ein Flyer, der das Grüne-Band-Radeln von Oebisfelde am Drömling bis ins Große Bruch bei Hötensleben vorstellt. Links und rechts des Weges, der teilweise den alten Grenz-Kolonnenweg, teilweise den Aller-Radweg, aber auch Straßen nutzt, bietet das Info-Blatt allerlei Sehens- und Erkundenswertes wie den Schloss- und Gutspark Seggerde, die Klosterruine Walbeck, den Lappwaldsee bei Helmstedt, die Orangerie im Harbker Schlosspark, die Gedenkstätte Marienborn oder das Grenzdenkmal Hötensleben.

Ein kleiner Rundkurs innerhalb des Radweges erschließt zusätzlich das Kapitel "Deutsche Einheit".

Bernd Eggeling vom Fachdienst Regionalmanagement stellte am Donnerstag die fünf Schwerpunkte vor: Naturschutz, Erholung, Tourismus, Deutsche Geschichte und Denkmalschutz. "Unser Anliegen war und ist die Verbindung der Region, das Vernetzen interessierter Akteure und von Projekten, die das Konzept inhaltlich mittragen", sagte der Kreismitarbeiter in Morsleben.

Nach wie vor bestehe großes Interesse am Ausbau und dem Mitwirken weiterer Vereine, Institutionen und Bürger, die das Grüne Band mit Leben erfüllen. Entlang dieser Routen kann eine Förderung von Projektvorhaben aus den fünf Themenschwerpunkten auch weiterhin über Leader gefördert werden.

Leader-Manager Wolfram Westhus nannte einige Beispiele für erfolgreich geförderte Maßnahmen wie der Umbau des Hötensleber Rathauses, die Schaffung des Info-Punktes Harbke und der Begegnungsstätte Allertal in Beendorf, die Sanierung der Stiftskirchenruine Walbeck, des Grauen Harm und der Burgkrone in Weferlingen. "Für Oebisfelde hoffen wir noch", fügte er an.

Der Radweg Grünes Band im Landkreis Börde kann mit seiner Trasse als Stufe 3 in den Radwegverkehrsplan des Landes Sachsen-Anhalt aufgenommen werden, informierte Bernd Eggeling. Deshalb sei es künftig ein wichtiges Element, den Ausbau und die touristische Aufbesserung der Radwege herbeizuführen.

Steffi Trittel, Vorsitzende der Leader-Aktionsgruppe Flechtinger Höhenzug, freute sich über den neuerlichen Erfolg der LAG. Seit 1992 befindet sie sich bereits in der 8. Förderperiode und konnte seither so manchen Erfolg für die Region verbuchen, sei es am Barockschloss Hundisburg, mit dem Holunderradweg in der Börde, dem Geschichtsradweg rund um Haldensleben oder den Allerradweg. "In 100 Projekten stecken rund 8,3 Millionen Euro, und auf die letzte Million warten wir noch", so Steffi Trittel. Soll heißen, die nächsten Vorhaben, Projekte und Maßnahmen stehen auch schon wieder in den Startlöchern.

Großes Interesse an einer intensiveren Zusammenarbeit zeigte Reinhard Siegert als Vertreter des Landkreises Helmstedt. Er berichtete, dass im Zuge des Leader-Prozesses bei ihnen im Kreis ein Integriertes ländliches Entwicklungskonzept erarbeitet worden sei. Nach der Aufstellung allerdings sei es jedem selbst überlassen gewesen, Projekte anzugehen. Als Beispiel nannte er ein Gastgeberverzeichnis für die Elm-Lappwald-Region. "Jetzt stehen wir am Anfang einer neuen Runde", so Reinhard Siegert, die ein Verknüpfen beiden Regionalmanagements sinnvoll erscheinen lässt.

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