Wolmirstedt (gbi) l Die Situation am Lindenpark lässt Radfahrern keine Ruhe. Der aus Richtung Zielitz kommende und abrupt endende Radweg stößt auch bei dem Farsleber Manfred Pabst auf wenig Gegenliebe. Er würde es befürworten, wenn der Radweg direkt an der Straße weiterführen würde. Sein Fazit: "Die Radfahrer würden dann von den Autos besser gesehen werden."

Es wird jedoch schwer, eine Lösung zu finden. Das bestätigt auch Erich Thiede, Präsident der Landesverkehrswacht, bei einem Vorort-Termin. Der Landkreis kann keinen Radweg direkt an der Straße bauen, denn das Gelände gehört der RHK-Immobilien-GmbH. "Unter den gegebenen Umständen ist es an dieser Stelle relativ schwer, andere Möglichkeiten zu schaffen", stellt Erich Thiede fest.

Für Radfahrer, die auf dem Parkplatz weiterfahren, sieht Erich Thiede den Paragrafen eins der Straßenverkehrsordnung als den wichtigsten Schutz. Dort heißt es: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht."

Anders lässt sich das Miteinander von Radfahrern und Autos auf dieser Fläche nicht bewältigen, auch wenn, wie Manfred Pabst betont, im Sinne des Rechts-vor-Linksverkehrs auf dem Parkplatz klare Regeln gelten. Das sei zwar richtig, so Erich Thiede, aber nachdem er die Situation eine Weile beobachtet hat, möchte er niemandem raten, sich allein darauf zu verlassen, sondern vor allem wachsam zu sein. In der Tat ist es nämlich so, dass viele Autofahrer, egal, ob sie die einzige Einfahrt in den Lindenpark von links oder von rechts hineinfahren, kurz nach der Einfahrt langsamer werden, gar stoppen, weil sie bereits von dieser Stelle aus nach einem freien Platz Ausschau halten. "Schon dadurch staut sich der Verkehr auf der Straße", stellt Erich Thiede fest.

Auf der anderen Straßenseite verläuft der Radweg durchgängiger. "Er ist jedoch nicht für die Richtung stadteinwärts zugelassen", schreibt Manfred Pabst, "das gilt auch, wenn man aus Richtung Farsleben kommend die erste Radfahrerampel benutzt, die allerdings ihrer Bauweise nach dazu verleitet."

Die Straßenverkehrsordnung gibt Manfred Pabst Recht. "Linke Radwege ohne die Zeichen 237, 240 oder 241 dürfen nur benutzt werden, wenn dies durch das allein stehende Zusatzzeichen "Radverkehr frei" angezeigt ist", sagt Paragraf zwei.

Die Zeichen 237, 240 und 241 kennzeichnen Rad- und Gehwege. Auf dem untenstehendem Foto ist Schild 240 abgebildet. Auf dem linken Radweg, also stadteinwärts, gibt es jedoch kein Schild "Radverkehr frei". "Es bleibt also eine unbefriedigende Situation", muss Erich Thiede feststellen.