550 Narren, aufgeteilt in 40 farbenprächtigen Bildern, zogen gestern bei frühlingshaften Temperaturen nach Groß Ammensleben. Von dort startete der 59. Rosenmontagsumzug des Gauseberger Karnevals lautstark nach Gutenswegen.

GroßAmmensleben l Immer am Rosenmontag, und das seit nunmehr 59 Jahren, herrscht auf der sonst nur wenig frequentierten Straße zwischen den Ortschaften Groß Ammensleben und Gutenswegen das reine Chaos. Eine Tatsache, die inzwischen nicht nur die Jecken aus der Börde anlockt und erheitert.

Nur so ist es auch zu erklären, dass gestern ab 14 Uhr Hunderte die Dorfmagistrale regelrecht bevölkerten und damit die 59. Auflage des Gauseberger Rosenmontagsumzugs zu einem farbenprächtigen und rekordverdächtigen Spektakel werden ließen.

Urgesteine des karnevalistischen Szenariums sind überzeugt, selten standen mehr Zuschauer - die Rede ist vom närrisches Volk - dicht gedrängt am Straßenrand. Und das war auch ein Stück dem traumhaften Wetter geschuldet. Der Hauptgrund aber war, dass dem närrischen Volk einmal mehr eine tolle Straßenshow geboten wurde, die mit den Karneval-Hochburgen im Lande mithalten kann.

Denn knapp 550 Narren beiderlei Geschlechts fuhren gestern Nachmittag auf, was sie zuvor in vielen freiwilligen Aufbaustunden mit mehr oder weniger Geschick, aber stets mit großer Kreativität klammheimlich zusammengezimmert hatten. Unter dem Strich: 40 Wagen, sprich Bilder, begleiteten den farbenprächtigen Treck von Groß Ammensleben nach Gutenswegen. Einer, der die exakten Zahlen eidesstattlich bezeugen kann, ist Markus Teubner, Vize-Präsident des Gauseberger Karnevalvereins und Chef-Organisator des Umzuges. Er führt seit einer gefühlten Ewigkeit akribisch Buch und bestätigte die Zahlen.

Angefangen aber hat auch die 59. "Volkswanderung" wie alle anderen zuvor, nämlich in Groß Ammensleben, wo das Prinzenpaar, Stefanie I. und Christian I., fahrplanmäßig um 14.17 Uhr mit dem Zug auf dem Bahnhof eintraf. Ihren ersten Auftritt hatte das Paar aber bereits um 10 Uhr. Im Groß Ammensleber Standesamt gaben sich beide das Eheversprechen und hören nun auf den gemeinsamen Namen Böttcher. "Das geht in die Analen des Gauseberger Karnevals ein", freute sich Präsiden Marco Baumgarten mit dem glücklichen Paar.

Dann aber gab es kein Halten mehr. Ein farbenprächtiger Tross setzte sich in Bewegung. Er brachte die närrischen Hoheiten nach Gutenswegen - lautstark angefeuert von Hunderten nicht weniger ausgeflippten Zaungästen. Was nicht erstaunt, wenn sich selbst die Ehrengarde des Papstes in den Zug einreihte, ein Gospelchor um Sopranstimme Simone Schubert Evergreens anstimmte, und Karl Lagerfeld seine Musen mitbrachte. Langsam bewegte sich der Tross in Richtung Gutenswegen, wo der Umzug zu später Stunde auf der Festmeile seinen feuchtfröhlichen Abschluss fand.

   

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