Mit Unverständnis quittiert Rottmerslebens Ortsbürgermeister Hans Eike Weitz den Entwurf des Nachtragshaushalts 2014. Der Grund: Ein Neubau des Rottmersleber Feuerwehrhaus ist darin nicht vorgesehen. Auch sonst gibt es keine Investitionen für sein Dorf.

Rottmersleben l 13 Ortschaften können laut dem Entwurf des Nachtragshaushalts der Gemeinde Hohe Börde für 2014 mit weiteren Investitionen. "Nur wir als 14. Ortschaft sind in diesem Jahr mal wieder nicht dabei", monierte Weitz. Selbst für das Feuerwehrhaus sei nicht genügend Geld bereitgestellt worden. Ein Neubau würde eine halbe Million Euro kosten. Eingeplant ist laut dem bereits beschlossenen Haushalt 2014 aber nur eine Summe von 227000 Euro. Das bestätigte Kämmerin Eileen Helmecke und verwies darauf, dass es keine andere Beschlusslage der Gemeinde oder Informationen für einen Neubau an die Kämmerei gegeben habe.

Finanzausschuss verweist auf Konzept der Feuerwehr

Vom Rottmersleber Ortschaftsrat wird nach wie vor ein Neubau für die beste Variante gehalten - anstelle eines 227000 teuren Umbaus. Auch das Bauamt und zuletzt auch der Bauausschuss des Gemeinderates hatten die Neubauvariante favorisiert, da durch den Umbau zwar die Auflagen erfüllt würden, sich aber die Bedingungen für die Feuerwehrleute nur unwesentlich verbessern würden. Und das für eine stolz Viertelmillion.

Lieber ganz neu bauen und damit die Bedingungen für die kommenden Jahrzehnte dauerhaft verbessern, lautete der Tenor der Neubau-Befürworter.

Bis auf diese Willensbekundung des Bauausschusses im Dezember ist scheinbar nicht viel in Richtung eines Neubaus geschehen. Im Finanzausschuss wiederholte jetzt Gemeinderat Ernst Daenecke einen Grund: "Wir haben im November hier im Finanzausschuss erklärt: So lange es keine Klarheit über die zukünftige Struktur des Verbundes der Ortsfeuerwehren in der Gemeindefeuerwehr Hohe Börde gibt, wollten wir keine Empfehlung für irgend einen Neubau eines Feuerwehrhauses geben - egal ob in Rottmersleben oder anderswo."

Gemeindewehrleiter Axel Klitschke hatte im Dezember für Februar ein Konzept der Gemeindefeuerwehr versprochen, das "sich nicht wesentlich von der aktuellen Struktur unterscheiden wird." In dieser Woche erklärte Klitschke: "Dieses Konzept wird Mitte März fertiggestellt sein und stellt eine Fortschreibung der Gefahrenpotenzialanalyse für die Feuerwehren dar. Enthalten in diesem Konzept ist konkret, welche Einsatzstärke und welche Technik in den einzelnen Standorten der Ortsfeuerwehren erforderlich ist, um einen verlässlichen Brandschutz zu garantieren." Details werden nach Fertigstellung des Konzeptes bekanntgeben.

Weitz spricht von Vorwürfen aus dem eigenen Dorf

Ortsbürgermeister Weitz vermutet eine Hinhaltetaktik seitens der Gemeinde Hohe Börde und erklärte: "Wenn der Neubau nicht gewollt ist, dann sollte das auch deutlich gesagt werden. Sollte das der Fall sein, frage ich mich allerdings, warum keine einzige andere Investition im Nachtragshaushalt für unser Dorf enthalten ist. Der Rottmersleber Ortschaftsrat hat eine ganze Liste von Maßnahmen eingereicht, etwa die Einzäunung des Spielplatzes und des Löschbeckens in Rottmersleben oder die Sanierung des Löschteiches in Klein Rottmersleben. Aber davon finde ich überhaupt nichts im Nachtragshaushalt wieder." Weitz sprach von Vorwürfen ihm gegenüber in Rottmersleben. "Mir wird unterstellt, ich unternähme nichts für den Feuerwehrneubau. Aber was soll ich noch tun, wenn in der Gemeinde ein Neubau ganz offensichtlich nicht gewollt ist?"