Aufregung in Altenhausen: Bei Erdarbeiten unter der Schlossbrücke haben zwei Männer gestern eine vermeintliche Panzergranate entdeckt. Erst die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gaben Entwarnung: Bei dem "Geschoss" handelt es sich um einen Auspuff.

Altenhausen l Amüsiert betrachtet André Spiegler das etwa 40 Zentimeter lange Fundstück. Doch zuvor hat es ihm einen tüchtigen Schrecken eingejagt. Als einer der Hausmeister von Schloss Altenhausen arbeitete André Spiegler zusammen mit einem Kollegen unter der Brücke zum Haupttor. "Wir machen ein neues Fundament, um die Brücke abzusichern", erklärt der Altenhäuser.

Doch gegen 8 Uhr hielt sein Kollege mit dem Mini-Bagger plötzlich inne. Aus dem Boden ragte ein zylindrisches Metallstück mit Spitz zulaufendem Ende. "Für mich sah es nach einer alten Panzergranate aus", so André Spiegler. Das Spannende: Der heutige Hausmeister arbeitete früher bei der Munitionsbergung auf dem Truppenübungsplatz in der Colbitz-Letzlinger Heide. "Unser Chef hat dann die Polizei verständigt."

Zwei Beamte fuhren nach Altenhausen, um das Fundstück zu begutachten. "Nach erstem Augenschein haben sie bestätigt, dass es ein Geschoss sein könnte", sagt Joachim Albrecht, der Pressesprecher des Polizei-Reviers Börde in Haldensleben. Die Polizei benachrichtigte den Fachdienst Ordnung und Sicherheit des Landkreises Börde. Der wiederum alarmierte den Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Magdeburg. Aus Sicherheitsgründen wurde der Fundort abgesperrt. Doch nach eingehender Prüfung gaben die Kampfmittel-Experten Entwarnung: Bei dem Metall-Objekt handelte es sich keineswegs um eine Granate, sondern um das Stück eines Auspuffs - vermutlich von einem Motorrad oder Moped. "Jetzt lacht man sich kaputt, aber am Anfang war es echt merkwürdig", betont André Spiegler.

Laut Sonja Runge-Schulz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst ist ein solcher falscher Alarm kein Einzelfall: "Wir werden auch oft wegen alter Feuerlöscher kontaktiert." Trotzdem sei der Anruf richtig gewesen. "Echte Munition ist oft so verschmutzt und verrostet, dass man sie nicht mehr richtig erkennen kann. Besser, man schaut einmal mehr nach, als dass am Ende etwas passiert."