Glindenberg l Das Hochwasser im Juni 2013 hat die fehlende Deichsanierung von Kilometer 3,55 bis Kilometer 7,99 zwischen Glindenberg und Heinrichsberg wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Thomas Schlenker, stellvertretender Ortsbürgermeister von Glindenberg (Grüne), versteht nicht, warum das Projekt noch einmal umgeplant werden muss. "Von vornherein war die Bauform mit einer Spundwand mit einem Fahrweg auf der Deichkrone geplant", so Schlenker, "wäre diese Planung 2013 umgesetzt worden, hätte es beim Hochwasserereignis vermutlich in Glindenberg und Heinrichsberg keine Evakuierungslage gegeben."

Das Land hatte jedoch die Mittel für den zweiten Bauabschnitt vorerst gestrichen. Dann kam das Hochwasser und nun solle alles ganz anders werden. Mit den Erkenntnissen des Juni-Hochwassers 2013 will das Land nun einen Deich mit einer Berme, einem Fahrweg für Einsatzfahrzeuge am Deichfuß, anlegen. "Dazu müssen die Landeigentümer, meist Landwirte, jedoch bereit sein, landwirtschaftliche Nutzflächen für den Deichausbau abzugeben. Aus diesem Grund sind die Planungsverfahren oft langwieriger, weil Grundstückstausch- beziehungsweise Grundstückskaufverfahren eingeleitet werden müssen", gibt Thomas Schlenker zu bedenken.

Diese und andere Fragen zum Hochwasserschutz können am kommenden Montag, 17. März, ab 18.30 Uhr in einer Podiumsdiskussion mit dem Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Hermann Onko Aeikens, zur Sprache kommen.

Das Aktionsbündnis "Hochwasserschutz an Elbe und Ohre" hat einen sieben-Punkte-Katalog aufgestellt und durch vier Fragen ergänzt, die im Rahmen der Bürgerversammlung gestellt wurden. Im Wesentlichen geht es um die Termine für den Deichausbau, die Verbesserung der Grundwassersituation, den Informationsfluss, die Belange des Naturschutzes, die Erhöhung der Straße nach Heinrichsberg und die Beachtung von Absenkungen des gesamten Gebietes.