Auf der Bundesstraße 189 kam es vor einigen Tagen unweit von Dolle zu einem schweren Verkehrsunfall (Volksstimme berichtete). Eine Frau starb, eine andere wurde schwer verletzt. Alarmiert wurden die Feuerwehren aus Colbitz und Lindhorst. In Dolle funktionierte die Sirene nicht.

Dolle l Auf der Bundesstraße 189 zwischen Dolle und Lüderitz verunglückt ein Fahrzeug mit zwei jungen Frauen schwer. Die 26-jährige Beifahrerin wird schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht, die 23-jährige Fahrerin verstirbt noch am Unfallort. Der schwere Unfall ist noch im Gespräch, nicht nur, weil dabei ein Mensch getötet wurde. Auch aus Sicht der Freiwilligen Feuerwehr Dolle gibt es Bedarf zur Auswertung dieses Unglückstages.

"Die Wehren aus Colbitz und Lindhorst wurden erst alarmiert, nachdem sich die Feuerwehr Dolle nicht meldete"

"Aus noch ungeklärter Ursache lösten die beiden Ortssirenen der Ortsfeuerwehr Dolle nicht aus, so dass die Leitstelle Börde die Feuerwehren Colbitz und Lindhorst alarmierte, nachdem sich die Feuerwehr Dolle nicht meldete", wundert sich der Dollenser Wehrleiter Dustin Grönke.

"Die Kameraden der Feuerwehr Dolle wurden auf einen möglichen Einsatz erst aufmerksam, als die Nachbarwehren den Ort mit Sondersignal durchfuhren. Die Kameradinnen und Kameraden der benachbarten Wehren dachten bis zum Eintreffen am Einsatzort, sie seien zur Unterstützung der Feuerwehr Dolle alarmiert worden", stellt der Wehrleiter klar.

Dustin Grönke rief bei der Leitstelle Börde an. Diese bestätigte den Einsatz und teilte gleichzeitig mit, dass ein Ausrücken nicht mehr erforderlich sei "Nach einer außerordentlichen Sirenenprobe gegen 18 Uhr konnte ein Totalausfall der Ortssirenen ausgeschlossen werden. Am Sonnabend zuvor verlief die wöchentliche Sirenenprobe ebenfalls ohne Probleme. Die Ortsfeuerwehr Dolle war innerhalb weniger Sekunden nach der Sirenenprobe mit 12 Kameraden einsatzbereit am Gerätehaus", so Dustin Grönke, "der Landkreis Börde teilte uns mit, dass sowohl seitens der Leitstelle als auch der Ortsfeuerwehr Dolle kein Fehler vorlag. Es handelte sich um einen noch nie vorgekommenen technischen Defekt im Alarmsystem, der weiter untersucht wird."

Das bestätigte auch Ronald Läbisch, Fachdienstleiter für Brand-, Katastrophenschutz und Rettungswesen beim Landkreis Börde. "Wir haben mit Nachdruck bei unserem IT-Dienstleister eine Aussage zu diesem Vorfall angefordert. Menschliches Versagen ist in diesem Fall ausgeschlossen."

Es habe aber dennoch keine Verzögerung bei der Alarmierung von Rettungshubschrauber und Rettungsdienst Wolmirstedt gegeben, die telefonisch von der Leitstelle Börde erfolgte, macht Läbisch deutlich. "Eine Besonderheit bei diesem Fall ist, dass die Wehr Dolle ausschließlich über Sirene alarmiert wird, da sie nicht über Funkmeldeempfänger verfügt", so Läbisch.

"Es ist in der Geschichte der Feuerwehr Dolle noch nie vorgekommen, dass Einsatzaufgaben nicht gelöst werden konnten"

"Wir möchten klarstellen, dass es sich weder um mangelnde Einsatzbereitschaft unserer Kameraden, noch um einen Alarmierungsfehler, welcher auf menschliches Versagen zurückzuführen ist, handelte. In der Geschichte der Feuerwehr Dolle ist es noch nie vorgekommen, dass Einsatzaufgaben nicht gelöst werden konnten", betont Wehrleiter Dustin Grönke.