An einigen Stellen der Stadt Wolmirstedt gleicht das Internet einer Schneckenpost. Das soll sich ändern. Die Stadt unterstützt eine Machbarkeitsstudie des Landkreises zum Breitbandausbau. Bürger und Gewerbetreibende sollen daran mitarbeiten.

Wolmirstedt l Die gute Nachricht ist, dass laut Telekom in Wolmirstedt 95 Prozent aller Haushalte mit Bandbreiten oberhalb von zwei Megabit pro Sekunde versorgt sind. Die schlechte Nachricht heißt: Fünf Prozent aller Haushalte liegen darunter, stehen als weiße Flecken auf der Breitbandversorgungskarte. Für die Betroffenen heißt das, sie können zwar E-Mails verschicken, aber einen Film über das Internet zu schauen, das grenzt für diese Internetnutzer an Utopie. Bei ihnen ruckeln die Bilder stückweise über den Schirm. Moderne Technik geht anders.

Für Hans-Jürgen Weiß bedeutet diese mickrige Breitbandversorgung eine ganz andere Dimension von Problemen. Er betreibt in Mose einen Stahlbaubetrieb mit 20 Mitarbeitern und das Internet tuckert mit weniger als einem Megabit pro Sekunde durch die Leitung. Pläne, die zwischen dem Betrieb und Architekten hin- und hergeschickt werden, brauchen mitunter Stunden. "Müssen wir Softwareprogramme updaten, lassen wir dafür die Rechner nachts laufen", macht Projektingenieur Marko Schulze die unzeitgemäße Situation deutlich.

Das soll bald besser werden. Sachsen-Anhalt will den sukzessiven Aufbau von hochleistungsfähigen Breitbandnetzen mit Übertragungsraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde zu fördern. Der Landkreis plant, die Voraussetzungen für die Erschließung zu schaffen. Dazu muss jetzt der Bedarf ermittelt werden. Einwohner, Gewerbetreibende und öffentliche Einrichtungen sind aufgerufen, ihre jetzige Versorgung mit schnellem Internet mitzuteilen und den Bedarf an mindestens 25 Megabit pro Sekunde anzuzeigen. Dafür steht ihnen ein Fragebogen zur Verfügung. "Wir geben die Fragebögen an die Kitas, Schulen und Ortschaftsräte aus", sagt Doris Bunk, Verantwortliche im Wolmirstedter Rathaus, "dort können sich Bürger die Bögen abholen." Weitere liegen am Informationspunkt des Rathauses bereit.

Der Landkreis möchte über diese Fragebögen erfahren, warum der Bedarf an schnellem Internet steigt. Das kann verstärkter Onlinehandel sein, die steigende Vernetzung von Unternehmensstandorten, regelmäßiger Empfang oder Versendung umfangreicher Datenmengen oder das regelmäßige Abhalten von Webkonferenzen.

"Das meiste trifft für uns zu", sagt Hans-Jürgen Weiß. Sobald er und die anderen am Breitbandausbau interessierten Bürger das Formular ausgefüllt haben, sollen sie es im Rathaus am Informationspunkt abgeben oder in den Briefkasten werfen. Aus den anonymisierten Daten wird der Landkreis eine Karte erstellen.