Die neue "Schlossgärtnerei" entlang des Eichenbarleber Bauerngrabens wird sichtbar. Seit Ende Januar läuft die Umgestaltung des jahrzehntelang verwilderten Bereichs zwischen Olbe und "Busch".

Eichenbarleben l Der Blumenkohl spross noch zu DDR-Zeiten am Bauerngraben in die Höhe. Ein Betonwehr zur Wasserhaltung für die Bewässerung der Gemüsebeete in der volkseigenen Gärtnerei und Grabenrohre waren bis vor Kurzem sichtbare Relikte jener Zeit. Jahrhunderte zuvor durchfuhren die Herrschaften vom nahen Schloss die Anlage.

Den Glanz früherer Tage hat im Laufe der Jahrzehnte die Wildnis versteckt. Nun wird eine neue Epoche für die alte "Schlossgärtnerei" eingeläutet.

Die naturnahe Umgestaltung war durch eine Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für die Erweiterung des Mammendorfer Steinbruchs durch die Cronenberger Steinindustrie (CSI) möglich geworden. CSI hat die Fläche vom Treuhandnachfolger gekauft und finanziert auch die Neugestaltung aus eigener Tasche. Die vorgesehenen Maßnahmen sind eng mit der Naturschutzbehörde abgestimmt. Ein Landschaftsarchitekt hat einen Plan für die neue Schlossgärtnerei, die bald einem Park gleichen soll, entworfen.

Der milde Winter hat der beauftragten Baufirma in die Karten gespielt. Nach dem letzten und einzigen Wintereinbruch Ende Januar konnten die Bauleute früher als angenommen anrücken und den Bereich östlich des Ufers von Wildwuchs befreien. Mitunter waren damit heftige Wurzelrodungen verbunden. Das Gelände wurde völlig umgekrempelt. Ein neues stehendes Gewässer wurde angelegt. Mit dem Aushub wurde ein Hang geschoben, der demnächst mit Kleingehölzen bepflanzt werden soll.

Das Gelände rund um den neu angelegten Teich soll sich die Natur Stück für Stück selbst zurückerobern. Auf der Seite westlich des Grabens ist die Wildwuchs-"Pampa" einer geplante Streuobstwiese gewichen.

Im südlichen Bereich des Geländes ist der Baumbestand gelichtet worden. Hier wachsen stattliche Eschen und Spitzahorn, junge standorttypische Eichen sollen nachgepflanzt werden.

Kaum wiederzuerkennen ist der Bauerngraben, sämtliche Grabenrohre und ein Betonwehr sind zurückgebaut worden, das Wasser plätschert wieder offen durch den ganzen Graben bis zur Mündung in die Olbe, die sich direkt an das Gelände anschließt. Eine neu gebaute Sohlgleite sichert den Wasserstand im oberen Grabenbereich ab. Eine ebenfalls neu errichtete Ausweitung des Grabens (Grabentasche) soll bei Grabenberäumungen Rückzugsgebiet für Flora und Fauna sein.

Gut erkennbar ist bereits der Radweg, der in voller Länge von Nord nach Süd durch das Gelände führt. Er verbindet den Spazierweg an der Olbe mit dem Busch. "Mit diesem Radweg haben wir von der B1 eine grüne Verbindung, die über das alte Schwimmbad, die Pferdewiese durch die Schlossgärtnerei zum Busch und schließlich bis direkt vor den Schlosspark führt. Das ist eine echte Bereicherung für unser Holunderradwegenetz und für alle Naturfreunde", freut sich Ortsbürgermeister Detlef Binkowski, der den Baufortschritt täglich begleitet.

 

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