Das Netz der Rad-, Wander- und Pilgerwege in der Hohen Börde will Bürgermeisterin Steffi Trittel weiter entwickeln. Auf der Suche nach möglichen Ansätzen ist der Landkreis hilfreich. Pilgerwege haben für Steffi Trittel gerade in der Lutherdekade enormes Potenzial.

Irxleben/HoheBörde l Mit der Studie "Verborgene Schätze an der Straße der Romanik" ist ein wichtiger Schritt bei der weiteren Erschließung touristischer Potenziale gelungen. Das ist die übereinstimmende Einschätzung sowohl von Bürgermeisterin Steffi Trittel als auch von Frank Priemer und Bernd Eggeling zuständig für Regionalmanagement und die damit verbundene touristische Infrastruktur im Landkreis Börde.

Für das Reformationsjubiläum neue Ideen entwickeln

Nächste Aufgabe soll sein, diese neuen Ankerpunkte zwischen den offiziellen Stationen der Romanikstraße weiter zu entwickeln und zu vermarkten. Bereits nach der Vorstellung dieser Studie hatte Steffi Trittel erklärt, dass das Reformationsjubiläum 2017 in der Lutherstadt Wittenberg Strahlkraft für die ganze Region hat und auch touristisch für den Großraum Magdeburg enormes Potenzial biete.

"Bis 2017 werden tausende Menschen in die Region zwischen Halberstadt und Wittenberg kommen. Denen sollten auch wir im Kernland der Reformation etwas bieten. Dazu brauchen wir Ideen. Die müssen wir jetzt entwickeln, wir müssen jetzt von uns aus Zeichen setzen, Konzepte entwickeln, die sich dieser Herausforderung stellen."

Bernd Eggeling berichtete von einer Initiative aus dem süddeutschen Raum, die die Wanderströme der Hugenotten nachzeichnen wolle. Ende des 17. Jahrhunderts waren zehntausende französische Protestanten (Hugenotten) nach Deutschland, vor allem nach Preußen geflohen - auch in den Bereich der Börderegion. Pfade dieser Flucht führten unter anderem nach Braunschweig, Haldensleben, Magdeburg und Burg. Ähnlich dem Jakobuspilgerweg könnten auch diese Pfade touristische Anknüpfungspunkte bieten, wenn denn die besagten Städte Interesse an einem solchen Projekt haben. "Diese Pfade müssen ja durch den Landkreis Börde und durch unsere Hohe Börde geführt haben. Da sollten wir dran bleiben. Gerade solche Ideen können Diskussionen und Projekte auslösen", erklärte Steffi Trittel und vermutete: "Es ist heute Trend: Die Menschen wollen ihren Kopf frei bekommen und das am besten an der Natur und auf Pfaden, die mit ihrer Vergangenheit zu tun haben. Der Jakobus-Pilgerweg und sein Erfolg legen das nahe."

Pilger-Nebenstrecke soll keine Eintagsfliege bleiben

Sie halte deshalb die bereits konzipierte "Nebenstrecke" des Jakobusweges quer durch die Börde für eine gute Idee und erklärte: "Die ersten geführten Pilgerwanderungen im vergangenen Jahr dürfen keine Eintagsfliege bleiben. Da ist auch der Landkreis gefragt, diese Initiative zu unterstützen."

2012 war auf Initiative des Rottmersleber Ortsbürgermeisters Hans Eike Weitz, der evangelischen Pfarrer Thomas Wolters und Johannes Könitz und des katholischen Pfarrers a.D. Willi Kraning (Mitglied des Präsidiums der Jakobus-Gesellschaft) diese Nebenstrecke entwickelt worden. Sie verbindet Jakobuskirchen mit einer Pilgerroute und verläuft quer durch die Börde. Der offizielle Jakobusweg tangiert den Landkreis nur im Süden.

"Solche Ideen gilt es zu sammeln und weiter zu entwickeln. Und wir müssen die vorhandenen Rad-Wege-Netze verbessern." So gebe es am Aller-Elbe-Radweg in Bebertal dringend Handlungsbedarf, da die Wegeführung über die Bundesstraße B245 immer wieder Radtouristen verwirre. Darüber hinaus setzte sich die Bürgermeisterin für die weitere Entwicklung der Radwege entlang der Bundestraßen B1 und B245 ein. Bernd Egeling verwies auf den Bedarfsplan für straßenbegleitende Radwege an Bundesstraßen (Landesradverkehrsplan). Seiner Einschätzung ist an Bundesstraßen eher Bewegung in Sachen Radwegebau zu erwarten als an den Landesstraßen.