Wolmirstedt l Der Lions-Club Ohrekreis hatte Klaus Klang, Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr, zu Gast. Neben der Würdigung der Arbeit seines "Patenclubs" informierte er auch zur Nordverlängerung der A 14.

Mit Gästen aus Politik, Kultur und Wirtschaft sowie befreundeten Clubs feierte der Lions-Club Ohrekreis jüngst sein zehnjähriges Bestehen. Eingeladen war seinerzeit auch Klaus Klang vom Magdeburger Lions-Club Kaiser Otto I, einer der Paten der "Ohrekreis-Löwen". Da er verhindert war, hatte Lions-Präsident Wolfram Brinck ihn jetzt nach Wolmirstedt eingeladen. Themen des Clubabends waren Rückschau, neue Vorhaben sowie der Weiterbau der A 14.

"Sie haben sich in den zehn Jahren als geachtetes Mitglied der internationalen Vereinigung erwiesen", sagte Klang. Er selbst ist seit 1988 aktives Lions-Mitglied. 1996 war er Gründungsmitglied des Magdeburger Clubs. Durchschnittlich wurden von den Lions aus der Region des ehemaligen Ohrekreises in jedem Jahr zehn gemeinnützige Projekte unterstützt. Über 46000 Euro wurden dafür gespendet.

Auch 2014 können sich Vereine und Einrichtungen bewerben. Anträge können noch bis bis 31. März abgegeben werden. Wichtig ist den Lions nach wie vor, dass Menschen in der Region von den Spenden profitieren.

Klang meinte: "Tun sie weiter Gutes und sprechen Sie darüber." Diese Empfehlung kam nicht von ungefähr. Noch immer würden nicht wenige Menschen hinter den Lions-Clubs eine geheime Vereinigung oder Sekte vermuten. "Da ist Aufklärung gefragt, muss über die Ziele und Inhalte kommuniziert werden."

Dem Lions-Club Ohrekreis war bei der Gründung wichtig, dass Männer und Frauen aufgenommen werden, die noch mitten im Berufsleben stehen. Brinck: "Dadurch können wir von den ganz unterschiedlichen Erfahrungen und Einsichten partizipieren."

Ein Gewinn sei auch, dass die Lions jedes Jahr einen neuen Präsidenten wählen, der dem Vereinsleben seinen Stempel aufdrückt. Zahlreiche Unternehmen, von einem Milchproduzenten über das Müllheizkraftwerk bis zu einem Helmhersteller wurden besucht. Man informierte sich in den monatlichen Clubabenden über Bundeswehreinsätze im Ausland, Hochwasser, Gartenbau, Notfallseelsorge, Denkmalschutz, Sterbehilfe - Themen, so vielfältig wie das Leben selbst. Wochenendfahrten zum Abschluss jedes Lionsjahres führten unter anderem nach Dresden, Regensburg, in den Spreewald, nach Celle, Weimar oder Papenburg.

In diesem Jahr geht es im Mai nach Erfurt. Wichtigstes Vereinsziel aber ist die Unterstützung besonderer Projekte in der Region. Die Finanzierung erfolgt durch die Mitgliedsbeiträge und Spenden der 26 Mitglieder. Zusätzlich finden Benefizveranstaltungen statt, wird auf Weihnachtsmärkten Glühwein verkauft, werden Kabarettabende organisiert oder Bäume gepflanzt. Die nächste Aufforstaktion ist am 5. April.

Dr. Klaus Klang, der 1991 von Niedersachsen ins Innenministerium nach Sachsen-Anhalt gewechselt war, ist seit 2011 Staatssekretär im Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr. In dieser Funktion informierte er kurz zum Stand der Nordverlängerung der A 14: "Ein Blick auf das Straßennetz der Bundesrepublik genügt, um zu erkennen, dass die Trasse gebaut werden muss. Der Bau ist nicht nur für die Entwicklung der Altmark unabdingbar, die Menschen wollen schnelle Straßen."

Durch eine Vielzahl von Klagen des BUND komme es allerdings immer wieder zu enormen zeitlichen Verzögerungen und Mehrkosten. Zudem habe das Bundesverwaltungsgericht Planungsfehler festgestellt. Dadurch werde sich die Fertigstellung der Autobahn 14 von Magdeburg bis Stendal um ein Jahr verzögern und die A14 erst 2018 befahrbar sein.

Der Autobahnausbau bis nach Schwerin soll aber wie geplant bis spätestens 2020 fertig sein. Laut Verkehrsministerium würden durch die Verzögerung Mehrkosten in Höhe von rund vier Millionen Euro entstehen. Klang abschließend: "Aber die Autobahn A14 kommt, auch, weil das Gericht keinen Zweifel an der Notwendigkeit hat." Der Tenor bei den Lionsmitgliedern: Naturschutz ist wichtig, darf aber nicht wichtiger werden als das Wohl der Menschen.