Bevor es im Wolmirstedter Katharinensaal zur Podiumsdiskussion über den Hochwasserschutz kam (Volksstimme berichtete), trafen sich Politiker und betroffene Bürger zu einem Vororttermin in Loitsche. Ungläubiges Staunen gab es an der frisch angebrachten Hochwassermarke.

Loitsche-Heinrichsberg l Die beiden Hochwassermarken von 2002 und 2013 an einer Grundstücksmauer in Loitsche machen die Dimensionen des Hochwassers deutlich. "Im Dorf wurden an 18 Grundstücken Schäden durch die Wassermassen verursacht", berichtete Bürgermeisterin Bettina Seidewitz (CDU). Am 9. Juni hatte das Wasser seinen Höchststand erreicht. Da konnten manche Loitscher Bürger ihr Haus nur noch über eine eilig errichtete Steganlage oder mit dem Boot erreichen. Mehrere Tage und Nächte kämpften die Loitscher Feuerwehrleute darum, dass die Trafostation nicht überflutet wird.

"Die Gemeinde Loitsche hat Planungen für Hochwasserschutzanlagen in Auftrag gegeben."

Diese Szenarien sollen sich nicht wiederholen. "Die Gemeinde Loitsche hat deshalb Planungen für Hochwasserschutzanlagen in Auftrag gegeben", informierte die Bürgermeisterin Umweltminister Hermann Onko Aeikens (CDU). Andreas Thiel, von der Gemeinde beauftragter Planer, erläuterte dann einige Schwerpunkte des Projektes, das etwa 1,5 Millionen Euro kosten wird. "Dieses Projekt sollte gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz abgestimmt werden", regte der Minister an.

Das Gespräch fand genau vor dem Haus von Familie Osterburg in der Heinrichsberger Straße statt. Dieses Haus wurde so sehr durch das Hochwasser geschädigt, dass nur noch der Abriss bleibt. "Wir haben einen Bauantrag für einen Neubau eingereicht und hoffen, dass er möglichst bald genehmigt wird, damit wir zu Weihnachten einziehen können", hofft Ralf Osterburg.

Auf der Podiumsdiskussion im Wolmirstedter Katharinensaal hatte Verbandsgemeindebürgermeister Thomas Schmette die fünf Hochwasserschwerpunkte in der Verbandsgemeinde Elbe-Heide aufgezählt. "Das sind neben Loitsche, der Alte Schacht in Zielitz, Heinrichsberg mit dem zu sanierenden Elbdeich und der Drängwasserproblematik, die Rogätzer Stützmauer sowie der Treueldeich bei Bertingen und ein dort ansässiger Landwirtschaftsbetrieb."

"Was soll aus den Bewohnern am Alten Schacht werden?", hatte Julia Rütze auf der Podiumsdiskussion gefragt. "Das Gebiet wird überplant. Bis Mitte des Jahres soll nach einer fachlichen und wirtschaftlichen Lösung gesucht werden", antwortete Burkhard Henning, Direktor des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW).

Einen Hilferuf gab es auch vom Rogätzer Bürgermeister Wolfgang Großmann (parteilos). "Rogätz ist sowohl von der Elbe, als auch von der Ohre betroffen. Unser Dorf wird durch keinen Deich geschützt. Wir haben aber eine Stützmauer, die den Hang und die dort gebauten Gebäude, darunter unsere Kita, vor dem Abrutschen schützen soll. Doch die stand im Juni 2013 kurz vor der Überflutung. Die Mauer muss also unbedingt erhöht und verlängert werden. Wer bezahlt das?"

"Wir kreieren auf Regierungsebene ein Hochwasserschutzprogramm. Damit wollen wir die Kommunen unterstützen, ihrer Verantwortung nachzukommen", machte der Minister deutlich.

Manfred Gaßmann, Mitglied des Gemeinderates Loitsche-Heinrichsberg, lud den Minister zu einer Ratssitzung ein, um noch intensiver über die Hochwasserprobleme in der Doppelgemeinde zu informieren. Dazu zählt auch das Drängwasser, das Heinrichsberg bei jedem Hochwasser zu schaffen macht. "Auch hierfür hat das Land ein Förderprogramm aufgelegt", so der Minister. Ein entsprechender Fördermittelantrag für Heinrichsberg sei gestellt, informierte Thomas Schmette. Geplant ist, eine leistungsfähige Pumpe anzuschaffen, die über ein Entwässerungssystem das Drängwasser ansaugt und über den Elbdeich fördert.

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