Pfarrerin Ulrike Reichardt hat sich im Rahmen eines Gottesdienstes Haldensleben-Wolmirstedt vom Kirchenkreis verabschiedet. Im Zusammenhang mit ihrem Weggang sind vier Mitglieder des Gemeindekirchenrates zurückgetreten.

Wolmirstedt l Nach gut vier Jahren verlässt Pfarrerin Ulrike Reichardt den Kirchenkreis Haldensleben-Wolmirstedt. Sie war für die Gemeinden in Wolmirstedt, Elbeu und Jersleben zuständig. "Innerhalb der Kirchengemeinden hat es immer eine sehr gute Zusammenarbeit gegeben", betont sie. Ulrike Reichardt wird sich auf andere Pfarrstellen bewerben.

Mit dem Weggang von Ulrike Reichardt legten mit Gerlinde Hallmann, Kerstin Hirt, Werner Stadermann und Ruth Naumann gleich vier der neun Mitglieder des Wolmirstedter Gemeindekirchenrates ihr Amt ebenfalls nieder. Der war erst im Oktober vergangenen Jahres neu gewählt worden. Vorsitzende Heike Karow erklärt: "Einige sind damals unter der Option, dass Frau Reichardt ihr Amt wieder aufnimmt, angetreten. Sie haben sich mit der Pfarrerin sehr verbunden gefühlt."

Heike Karow ist selbst nicht glücklich über diese Veränderungen in der Pfarrstelle, zumal bereits der Pfarrer, der das Amt vor Ulrike Reichardt inne hatte, nach kurzer Zeit wieder gegangen war. "Dieser erneute personelle Wechsel macht uns ein wenig hilflos", gesteht die Gemeindekirchenratsvorsitzende, "es fehlt die Konstanz in der Arbeit."

Superintendent Uwe Jauch hofft, dass die Pfarrstelle so schnell wie möglich wieder besetzt werden kann. "Vorher gehen die Gemeinden in eine professionelle Beratung", sagt Jauch, "dort soll das Profil der Stelle erarbeitet werden."

Der nächste Kandidat für die Pfarrstelle wird von der Landeskirche vorgeschlagen. Uwe Jauch weiß, dass eine große Belastbarkeit vorliegen muss. Die Kirchengemeinden Wolmirstedt, Elbeu und Jersleben werden künftig noch durch Glindenberg und Farsleben ergänzt. "Eine der Herausforderungen ist es, die städtischen und dörflichen Strukturen in Verbindung zu bringen", weiß Jauch. Zum anderen muss sich der Pfarrer oder die Pfarrerin neben der seelsorgerischen Arbeit unter anderem mit der Verwaltung, dem Baugeschehen und dem evangelischen Kindergarten befassen.

Das Baugeschehen hat während Ulrike Reichardts Amtszeit einen großen Raum eingenommen. Sie war vor Ort, als blitzschnell gehandelt werden musste, weil der Turm eine Notsicherung brauchte. Der Notsicherung schloss sich schließlich die Sanierung an, die zum Jahresbeginn vorerst beendet wurde. "Wir schön, dass die Glocken wieder läuten", sagte Ulrike Reichardt in ihrer Abschiedspredigt, "ich bin immer noch stolz auf den schönen Kirchturm."

Neben den baulichen Fortschritten habe sie vor allem die Solidarität der Menschen froh gemacht, die immense Spendenbereitschaft der Bevölkerung und der Stadt Wolmirstedt. "Katharina braucht Hilfe", hieß der Slogan, der die Dringlichkeit von Finanzen ins Licht rückte. Mit Erfolg. "Das waren Sternstunden meiner Arbeit hier", sagt Ulrike Reichardt und bedankt sich besonders bei Bauleiterin Gabriele Neumann und dem Gemeindekirchenrat. Überhaupt habe ihr das ehrenamtliche Engagement der Gemeindeglieder imponiert. "Alle hängen mit viel Herzblut und ihrer Biografie in der Kirchenarbeit."

 

Bilder