Die bisherige Schulentwicklungsplanung

Bis 2017/2018 wollte die Gemeinde vier leistungsstarke Schulen mit vergleichbaren Bedingungen schaffen (unter anderem durch einen Schulneubau in Hermsdorf). Die bisher geplanten Standorte sollten sein: Irxleben, Niederndodeleben, Hermsdorf und Bebertal.

Erst ab 2017/18 sollten die Grundschulen Eichenbarleben und Rottmersleben auslaufen. Der Kreistag hat diesem Vorschlag zugestimmt.

Da Eichenbarleben bereits 2014/15 keine der Landesverordnung entsprechende Mindestschülerzahl erreicht, hatte die Gemeinde einen Ausnahmeantrag gestellt.

Ab 2017 sollten neue Schuleinzugsbereiche für die vier zu erhaltenen Schulstandorte geschaffen werden:

Bebertal: Bebertal, Nordgermersleben, Brumby, Tundersleben, Bornstedt, Rottmersleben;
Hermsdorf: Groß Santersleben, Hermsdorf, Hohenwarsleben, Ackendorf, Glüsig, Schackensleben

Irxleben: Irxleben, Wellen, Eichenbarleben, Mammendorf, Ochtmersleben;
Niederndodeleben: Niederndodeleben.

Irxleben/HoheBörde l Im Rathaus Hohe Börde war bis gestern Nachmittag kein Bescheid über die Zukunft der Olbetal-Grundschule eingetroffen. Selbst der Landkreis musste am Montag erst einmal erkunden, ob und wie das Land den Bescheid übermittelt hat. Mit dem Ergebnis: Am Freitag nach Dienstschluss hatte ein Fax mit besagtem Bescheid das Haldensleber Landratsamt erreicht.

Landkreis und Gemeinde beraten am 3. April Auswege

"Wir wissen nicht, was in dem Bescheid steht", erklärte gestern Katja Salomon, die für die Grundschulen zuständige Mitarbeiterin im Rathaus Hohe Börde. Erst in der nächsten Woche soll es im Landkreis eine Beratung über die Zukunft der Grundschule Eichenbarleben geben.

Das bestätigte gestern Iris Herzig vom Fachbereich Soziales im Landkreis. Herzig erklärte: "Grundtenor des Bescheids ist die Orientierung an den Vorgaben der Landesverordnung (Mindest-Schülerstärken von 60 Schülern an der Schule und 15 Schülern pro Schuljahrgang/d.Red.) und die Maßgabe, das grundsätzlich keine Ausnahmen zugelassen werden." Bezüglich Eichenbarleben bedarf es Iris Herzig zufolge eines Gesprächs, um Alternativen und Spielräume auszuloten. Welche Spielräume das sein könnten, soll vor den Gesprächen am 3. April mit den Bürgermeistern nicht öffentlich werden.

Martin Hanusch, Sprecher des Kultusministeriums, erklärte: "Die Landesschulbehörden sind offen für Gespräche mit dem Gemeinden."

Bis zum 3. April müssen sich die betroffenen Eltern und Lehrer also mindestens noch gedulden, bevor sie erfahren, wo ihre Abc-Schützen 2014 die Schultüte bekommen.

Die Eichenbarleber Schulleiterin Andrea Wagner-Willnow erklärte gestern: "Alles, was wir wissen, wissen wir auch nur aus der Zeitung. Wir Lehrer werden zwar nicht arbeitslos, aber dennoch sind wir traurig und die Ungewissheit ist groß."

Unklar ist auch, ob die derzeitigen Olbetalschüler in Eichenbarleben bleiben, sollte es denn wirklich zur Schließung kommen. In einer Pressemitteilung des Kultusministeriums vom Montag ist die Schulentwicklungsplanung 2014/15 für die Olbetal-Schule als "offene Entscheidung" deklariert.

"Für uns ist eigentlich nichts offen", erklärte Eichenbarlebens Ortsbürgermeister Detlef Binkowski und erinnerte an den Beschluss der Schulentwicklungsplanung durch den Gemeinderat Hohe Börde vom 9. Juli 2013 (siehe Kasten). Diesen Beschluss hatte der Kreistag auch bestätigt.

Genügend Schüler für alle Schulen wären vorhanden

Das hat das Land nun scheinbar abgelehnt und pocht auf die eigene Verordnung. Zu erwarten ist, dass die Entscheidung zur Schulentwicklungsplanung an die Gemeinde und den Kreistag zur Korrektur entsprechend den Landesvorgaben zurückverwiesen werden.

"Sollte es so kommen, halte ich das für rücksichtslos gegenüber den Kindern", erklärte Detlef Binkowski.

Die Gemeinde könnte theoretisch Eichenbarleben retten, wenn sie die Schuleinzugsbereiche ändert. In der Hohen Börde gibt es über 600 Schüler. Verteilt man diese auf die sechs derzeitigen Schulen, würde die Vorgaben von 60 Kindern pro Schule locker erreicht.

Das hatten auch Kritiker der Schulentwicklungsplanung in der Hohen Börde im vergangenen Sommer gefordert.

Binkowski: "Wir wollten aber ganz bewusst nicht die Schuleinzugsbereiche der Grundschulen ändern, weil wir dann die Schüler hin und her schieben müssten. Wir wollten vier sichere Schulstandorte schaffen, die auf lange Zeit bestehen und modern ausgestattet sind. Das Land zählt aber scheinbar nur die Köpfe und kümmert sich nicht um Kinder."

Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel kann angesichts der entstandenen Situation nur noch den Kopf schütteln: "Wir haben am 9. Juli 2013 die Schulentwicklungsplanung beschlossen. Fast ein dreiviertel Jahr später müssen wir aus der Zeitung erfahren, dass diese Pläne so nicht genehmigt werden.

Eine erneute Diskussion der Schulentwicklungsplanung in allen Gremien der Gemeinde dauert Monate bis zum abschließenden Beschluss, den anschließend noch der Kreistag bestätigen muss. Und zwischendurch werden bei der Kommunalwahl alle Entscheidungsgremien neu gewählt. Ich weiß nicht, was sich das Land dabei denkt."