16 Menschen sind im Jahr 2013 auf den Straßen im Landkreis Börde ums Leben gekommen. So viele wie seit sechs Jahren nicht mehr. Überhaupt ist die Zahl der Verkehrsunfälle stark gestiegen. Damit hat sich das gute Ergebnis des Vorjahres ins Gegenteil verkehrt.

Landkreis Börde l 5477-mal hat es im vergangenen Jahr auf den Straßen des Landkreises "gekracht". Das sind rund 200 Unfälle mehr als 2012. Wobei der Großteil der Unfälle nur Blechschäden nach sich zog. Bei 575 Vorfällen kamen jedoch auch Personen zu Schaden.

Als besonders "dramatisch" beschreibt der Polizeichef des Börde-Reviers, Jörg Gebur, die hohe Zahl der Todesfälle. Waren im Jahr 2012 neun Menschen auf den Straßen im Landkreis bei Verkehrsunfällen ums Leben gekommen, so waren es ein Jahr später 16. "Das ist natürlich eine sehr traurige Zahl für uns", so Gebur. Bei den Unfällen konnte die Polizei jedoch keine Schwerpunkte feststellen. Sowohl was Alter, als auch Ort des Geschehens betrifft. Allerdings sei auffällig, dass die Zahl der Todesfälle mit einer Steigerung der Verkehrsunfälle, die auf zu hohe Geschwindigkeit zurückzuführen sind, einhergehe. "Je schneller man unterwegs ist, desto dramatischer sind dann eben auch die Unfallfolgen", sagt der Polizeichef. Er könne nur an alle Verkehrsteilnehmer appellieren, die Folgen zu bedenken. Zu den Todesopfern kommen 140 Schwerverletzte sowie 603 leicht verletzte Menschen.

Die meisten Unfälle ereignen sich in dem noch sehr winterlichen März sowie zu Beginn der dunklen Jahreszeit im Oktober. Ungewöhnlich hingegen ist, dass es im Juni und Juli zu verhältnismäßig wenigen Unfällen gekommen ist. "Vielleicht sind die Autofahrer während des Hochwassers besonders vorsichtig gefahren oder hatten andere Dinge im Kopf", mutmaßt der Polizeichef.

Rückläufig ist die Zahl der Verkehrsunfälle, die auf Alkohol- und Drogenkonsum zurückzuführen sind. 76-mal endete eine feuchtfröhliche Partynacht mit einem Unfall. So selten wie seit der Kreisfusion 2007 noch nie. Vor sechs Jahren waren es beispielsweise noch 187 derartige Fälle. Erfreulich ist für Jörg Gebur zudem, dass auch die Zahl der jugendlichen Verkehrssünder weiter abnimmt. "Das zeigt, dass die Präventionsarbeit der Verkehrswacht nicht umsonst ist", so Gebur. Überhaupt habe die Verkehrswacht einen großen Anteil an diesem Trend. Was die gute Statistik bei den 18- bis 25-Jährigen allerdings trübt, sind die drei Verkehrstoten in dieser Risikogruppe. Im Vorjahr stand an der Stelle noch eine große Null. "Und auch hier standen alle Unfälle in Verbindung mit nicht angepasster Geschwindigkeit", sagt Jörg Gebur.

Anders sieht es in der zweiten sogenannten Risikogruppe aus. Bei den Verkehrsteilnehmern, die älter als 65 Jahre sind, ist ein deutlicher Zuwachs an Unfällen und vor allem auch an Verursachern abzulesen. 2012 verursachten 404 Menschen der Generation 65plus einen Verkehrsunfall. 2013 waren es 481. Hier will die Verkehrswacht in diesem Jahr ansetzen und ein neues Programm speziell für ältere Verkehrsteilnehmer auflegen. "Solche Angebote können wir nur gemeinsam mit der Verkehrswacht machen", ist der Polizeichef dankbar.

Auch bei den Wildunfällen hat sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt. Noch nie gab es im neuen Bördekreis so viele Unfälle zwischen Auto und Tier wie im Jahr 2013. Waren es 2007 noch 1318 Fälle, steht am Ende des Jahres 2013 eine Unfallzahl von 1630. "Wir sind eben ein sehr waldreiches Gebiet", versucht Gebur eine Erklärung zu finden. Auf jeden Fall stehe man in engen Kontakt zur Kreisjägerschaft.