Das Mammendorfer "Steinhaus" bekommt die versprochene Attraktion. Eine Sammlung mit Funden der Erd- und der frühen Menschheitsgeschichte in der Region wird eingerichtet. Dafür haben vier Sponsoren schmucke Vitrinen zur Verfügung gestellt. Im Wert von 9000 Euro.

Mammendorf l Das 2013 eröffnete Begegnungs- und Informationszentrum "Steinhaus" ist in dieser Woche um moderne Vitrinenwände reicher geworden. Sie bieten Platz für den eigentlichen Schatz des Mammendorfer "Grals der Steine": Fossilien, Mineralien und einzigartige Gesteine, die allesamt aus der unmittelbaren Umgebung stammen.

Die Kreissparkasse Börde (1000 Euro), der Lions Club Ohrekreis (500 Euro), der Steinbruchbetreiber CSI (Cronenberger Steinindustrie mit 7000 Euro) und der Eichenbarleber Verein "HaudeGen" haben mit ihren Spenden die Maßanfertigung der Vitrinenschränke durch einen Ochtmersleber Tischlermeister ermöglicht. Der "HaudeGen"-Verein hatte laut Angaben der Vereinsvorsitzenden Claudia Morris seinen Vereinszweck um die Förderung des "Steinhauses" erweitert und die Fäden für die nun vollzogene Ausstattung der Ausstellung geknüpft.

Zeugen aus dem Tertiär wie versteinerte Muscheln, Seeigel und Haifischzähne, die einst in der Ur-Nordsee schwammen, gehören dazu. In den Vitrinen blitzen funkelnde Quarz- und Calzit-Kristalle neben imposanten Drusen (komplette Kristalleinschlüsse in Gestein) aus dem Mammendorfer Steinbruch und Mineralien aus der ganzen Welt.

Die Sammlung ist noch lange nicht komplett. Ein emsiges Trio tüftelt weiter an der Konzeption der Ausstellung im "Steinhaus". Alwin Laue, Harry Witzke und Alan Morris sind leidenschaftliche Sammler. Alwin Laue war schon in den 1940er Jahre losgezogen und hatte die ersten Entdeckungen in Mammendorfer Sandgruben gemacht.

Archäologische Funde sollen Ausstellung noch ergänzen

Seit dem Abbau vulkanischen Gesteins im Mammendorfer Steinbruch 1997 haben archäologische Grabungen, Untersuchungen und leidenschaftliche Sammler wie Harry Witzke und Alan Morris neben den vorgeschichtlichen Kenntnissen auch umfangreiche Zeugnisse der fru¨hgeschichtliche Besiedlung vor mehr als 4000 Jahren ans Licht gebracht.

So entdeckte der Eichenbarleber Bodendenkmalpfleger Alwin Laue in Mammendorf ein Grab aus der Bronzezeit. Jüngste Grabungen haben Funde von der Jungsteinzeit bis in die Römische Kaiserzeit zu Tage befördert. Gegenwärtig führt Alan Morris Gespräche mit dem Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege in Halle, um vielleicht das eine oder andere Ausstellungsstück über die der Siedlungsgeschichte vor mehr als 3000 Jahren ins - einbruchssichere - Mammendorfer "Steinhaus" zu bekommen.

Die "Steinhaus"-Ausstellung dürfte die erste ihrer Art in der Hohen Börde sein, die sich mit der zu Stein gewordenen Geschichte der Region befasst.