Ein bekanntes schwedisches Möbelhaus erwägt eine Ansiedlung in der Wolmirstedter Innenstadt. Damit trägt die im Rathaus angeschobene Wirtschaftsförderung für Wolmirstedts Zentrum offenbar Früchte.

Wolmirstedt l Die Belebung der Innenstadt soll im kommenden Jahr einen rasanten Schub erhalten. Das schwedische Möbelhaus Ikea zeigt starkes Interesse an einer Ansiedlung auf dem Boulevard. Der Gigant aus dem Norden will in Wolmirstedt völlig neue Wege beschreiten. "Wir möchten die vorhandene Bau- und Geschäftssubstanz in unser Konzept integrieren", teilt ein Unternehmenssprecher auf Volksstimme-Nachfrage mit. Das bedeutet, die vorhandenen Einzelhandelsgeschäfte bleiben bestehen, die leeren Geschäfte werden von Ikea genutzt. Damit den Kunden der gleiche Komfort wie in den anderen weltweit über 300 Einrichtungshäusern geboten wird, soll der Boulevard mit Glas überdacht werden. Vor jeglichem Wetter geschützt können Kunden nach Billy-Regalen oder Ingolf-Stühlen suchen.

"Wir sind sicher, dass auch die Wolmirstedter Einzelhändler von dem zu erwartenden Kundenstrom profitieren", sagt Andreas Lücke, Chef der Interessengemeinschaft Innenstadt. Er rechnet mit einer Umsatzsteigerung um mehr als dreihundert Prozent.

Das Interesse des Möbelriesen an Wolmirstedt ist der aktiven Wirtschaftsförderung von Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) geschuldet. "Als wir erfahren haben, dass sich das schwedische Möbelhaus in Magdeburg ansiedeln möchte, sogar bereits erste Vorgespräche mit dem Oberbügermeister Lutz Trümper gelaufen sind, haben wir sofort den direkten Kontakt nach Malmö geknüpft", sagt Martin Stichnoth. Schließlich war nach der Ansiedlung von zehn Supermärkten jenseits des Stadtzentrums im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes immer wieder gefordert worden, ein sogenanntes Zugpferd in der Innenstadt zu etablieren. Das soll nun gelingen. "Aus der Firmenzentrale von Ikea gab es positive Signale, dass das Interesse an Wolmirstedt weitaus größer sei als an Magdeburg", so Stichnoth.

Sollte die Ansiedlung im kommenden Jahr Wirklichkeit werden, werden Tom und Bill Kaulitz von "Tokio Hotel" für das Eröffnungskonzert verpflichtet. "Ehrensache, wir haben schließlich das Wolmirstedter Gymnasium besucht", sagen die Zwillinge, die derzeit in Los Angeles leben. Martin Stichnoth indes strebt bereits jetzt eine Städtepartnerschaft zwischen Wolmirstedt und Malmö an. Demnächst wird er sich mit Ikea-Geschäftsführern am Handwerkerring treffen und das Gewerbegebiet für die Produktion des Billy-Regals empfehlen.