Eine Studie für ihre Zukunft hat die Hohe Börde gestern an das Land übergeben. Mit dem Integrierten Gemeindlichen Entwicklungskonzept (IGEK) setzt die Gemeinde Handlungsschwerpunkte bis ins nächste Jahrzehnt. Dafür gab es viel Lob.

Niederndodeleben/HoheBörde l Zehn Kommunen Sachsen-Anhalts waren 2012 durch das Land bei der Erstellung einer IGEK-Studie mit Fördermitteln unterstützt worden. Das Landesagrarministerium und das für Raumordnung zuständige Verkehrsministerium hatten die Studien zusammen mit dem Städte- und Gemeindebund Sachsen-Anhalts angeschoben. Die Hohe Börde gehörte einmal mehr zu den Modellregionen.

Mit Unterstützung eines Expertenteams um den Hallenser Experten für regionale Entwicklung, Wolfgang Bock, hatte sich die Gemeinde auf die Suche nach Antworten auf die Herausforderungen der Zukunft begeben.

Bevölkerungsrückgang und immer weniger Fördermittel von Bund und EU zwingen die Gemeinden in der Zukunft immer stärker zu nachhaltigen Konzepten. "Das hat die Gemeinde Hohe Börde rechtzeitig erkannt", würdigte Landesverkehrsminister Thomas Webel bei der feierlichen Übergabe der IGEK-Studie im Niederndodeleber Holunderkontor.

Den Bevölkerungsprognosen im positiven Sinne trotzen

Webel lobte "das von der Hohen Börde agil voran getriebene stetige Suchen nach Lösungen - sei es bei der Entwicklung der Schulen oder bei der Verbesserung der Lebensbedingungen für ältere Menschen gerade im ländlichen Raum. Die Hohe Börde zeigt im positiven Sinne, dass Bevölkerungsprognosen wie jene von 2008 nicht immer eintreffen müssen. Auch landesweit setzt sich dieser Trend fort, dank des Ringens um Konzepte wie dem IGEK."

Ekkehard Wallbaum aus dem Landesagrarministerium würdigte: "Die Hohe Börde hat in ihrem Konzept sehr viele Themen wie bürgerschaftliches Engagement oder die Entwicklung der Ortskerne als potenzielle Handlungsfelder aufgegriffen. Und sie versucht, die größer gewordene politischen Einheit (die Einheitsgemeinde Hohe Börde besteht seit 2010/d.Red.) mit den Besonderheiten des ländlichen Raums kreativ zu verbinden. Es müssen heutzutage Schwerpunkte gesetzt werden. Das wiederum ist Grundlage für mögliche Fördermittel in der nächsten Förderperiode der EU. Dafür ist die Hohe Börde meiner Einschätzung nach sehr gut gerüstet."

"Und diesbezüglich ist die Gemeinde im Vergleich zu anderen Kommunen sehr weit", unterstrich IGEK-Verfasser Wolfgang Bock. Bock erinnerte zwischen Hollerblütencocktail und Holundergulasch an die konkreten Ergebnisse der Strukturanpassung in der Hohen Börde. "Die Etablierung eines regelmäßig tagenden Demgrafie-Arbeitskreises, die Arbeit des Jugend- und des Seniorenbeirates, das Freiwilligen-Netzwerk `Engagement-Drehscheibe`, die bevor vorstehende Stiftungsgründung und die bereits erfolgte Gründung eines Bürgervereins sind Belege dafür. Diese Ergebnisse und die Konzentration auf Schwerpunkte wie beispielsweise die Ortskernentwicklung und eine zukunftsorientierte Flächennutzungsplanung werden eine Wirkung bis ins nächste Jahrzehnt entfalten und auch Effekte bei der öffentlichen Förderung nach sich ziehen", sagte Bock und lobte die Mitarbeit der Ortschafts- und Gemeinderäte sowie der Rathausverwaltung bei der Erstellung des IGEK. An der IGEK-Studie waren zudem sechs Planungsbüros und Agenturen verschiedener Bereiche beteiligt gewesen.

Gemeindebürgermeisterin Steffi Trittel befand: "Für uns ist das IGEK eine tolle Vorlage in der gerade begonnenen EU-Förderperiode. Jetzt geht es darum, konkrete Projekte auf Grundlage dieses Papiers zu entwickeln."