Der Saal der Gaststätte "Brauner Hirsch " in Dolle war am Wochenende Schauplatz für gleich drei hochkarätige jagdliche Veranstaltungen. Hier trafen sich am Freitag die Mitglieder des Hegeringes Colbitz-Letzlinger Heide und am Sonnabend die Vertreter von 16 weiteren Hegeringen aus Sachsen-Anhalt. Sehenswert war auch die Trophäenschau.

Dolle l Die Schäden durch Rotwild nehmen zu. Das ist der stark gestiegenen Population zuzuschreiben, resümierten die Jäger des Hegeringes Colbitz-Letzlinger Heide auf ihrer Mitgliederversammlung. Jahrelang galt das Schwarzwild als Verursacher der größten Schäden. "Dank umfang- reicher Anstrengungen konnte der Bestand des Schwarz- wildes aber auf ein gesundes Maß dezimiert werden", informierte Andreas Kriebel, Leiter des Forstbetriebes Altmark und Vorsitzender der Hegegemeinschaft.

Der Abschussplan wurde im Jagdjahr 2013/14 nicht erfüllt

Das soll jetzt auch beim Rotwild gelingen. Leider konnte der Abschussplan im vergangenen Jagdjahr nicht erfüllt werden. Einer der Gründe dafür war der schneearme Winter. So gelang es nicht, den Bestandszuwachs abzuschöpfen. Das soll jetzt mit einem anspruchsvollen Abschussplan für das neue Jagdjahr gelingen. Die Hegegemeinschaften schlagen ihre Abschusspläne der Unteren Jagdbehörde vor, die diese dann festlegt.

Interessiert folgten die Jäger am Freitag einem Vortrag von Mark Nitze. Der wissenschaftliche Mitarbeiter an der forstwirtschaftlichen Außenstelle der TU Dresden in Tharandt sprach über "Untersuchungen am Schalenwild im Wolfsgebiet der Oberlausitz und Schlussfolgerungen zu dessen Hege und jagdlicher Bewirtschaftung". Nitze hatte seit Auftauchen des Wolfes in der Oberlausitz damit begonnen, Rotwild mit Sendern auszustatten. Nach umfangreichen Beobachtungen und Auswertung der Sende- daten konnte er nachweisen, dass es ein Gewöhnungs- verhalten des Rotwildes im Wolfsgebiet gibt. "Sicherlich gibt es Fluchtbewegungen, wenn der Wolf auf Beutezug ist, aber ansonsten gibt es im Verhalten des Wildes keine Unterschiede zu Gebieten, in denen der Wolf nicht ansässig ist", konnte der Experte die anwesenden Jäger beruhigen.

Hegegemeinschaften sind gute Plattform für Weiterbildung

Vertreter von 16 Hegegemeinschaften aus ganz Sachsen-Anhalt trafen sich dann am Sonnabend im "Braunen Hirsch" zu ihrem dritten Erfahrungsaustausch. "Wir wollen den Gesprächsfaden zwischen den Hegegemeinschaften nicht abreißen lassen", bekräftigte Hans-Heinrich Jordan, der Präsident des Landesjagdverbandes. Jordan betonte das verantwortungsvolle Ehrenamt der Jäger. In den Hegegemeinschaften sieht er eine gute Plattform für die Weiterbildung der Waidmänner. "Wir müssen auf Entwicklungen flexibel reagieren", sagte der Präsident zum Abschluss des Erfahrungaustausches, "wer hätte beispielsweise noch vor einigen Jahren gedacht, dass Wolf oder Luchs für uns einmal ein Thema werden."

Große Beachtung fand die Trophäenschau der Hege- gemeinschaft Colbitz-Letzlinger Heide, die dekorativ im Saal der Gaststätte "Brauner Hirsch" aufgebaut war. Besonders der "ungerade 24-Ender", den Alexander Lessing im Revier Samswegen zur Strecke gebracht hatte, war ein Publikumsmagnet. Ausgestellt war nicht nur die eindrucksvolle Trophäe, sondern auch mehrere dazu gehörende Abwurfstangen. "Insgesamt sind hier 38 wunderschöne Trophäen ausgestellt", so Andreas Kriebel, der daran erinnerte, dass im Gründungsjahr der Hegegemeinschaft lediglich eine Trophäentafel ausgestellt worden war.