Mahlpfuhl l Der Sahara-Staub konnte am Sonnabend zwar den Himmel, nicht aber die Stimmung von Teilnehmern der diesjährigen Aufforstaktion des Lions-Clubs Ohrekreis trüben. Voller Tatendrang hatten sich 19 Männer und Frauen, zwei Kinder und ein Hund am frühen Morgen auf den Weg zu einer etwa einen Hektar großen, gerodeten Fläche im Revier Mahlpfuhl gemacht. "Es ist sehr schön, dass Sie uns helfen wollen. Wir können jede Hand gebrauchen", sagte Forstwirtschaftsmeister Jörg Hinz zur Begrüßung.

Die Nacht zuvor hatte es geregnet. Also ideales Pflanzwetter. Darüber freute sich auch Lionspräsident Wolfram Brinck. Schließlich ging es bei diesem Arbeitseinsatz erneut darum, möglichst viele Bäumchen in die Erde zu bringen, um gutes Geld in die Vereinskasse zu bekommen. Nachdem die Lions in den Jahren zuvor Eichen, Rotbuchen und Douglasien gepflanzt hatten, warteten diesmal zweijährige Kiefern darauf, in die Erde gebracht zu werden. Die dafür vorgesehene Fläche inmitten von 90- bis 100-jährigen hohen Kiefern war im Winter vorbereitet worden.

Bevor sich die "Löwen" an die Arbeit machten, gab es von den beiden Forstwirten Dirk Renger und Burkhard Wi- decke, beide aus Rogätz, eine kleine Lehreinweisung. Danach machten sich jeweils zwei Lions daran, die Setzlinge in die vorbereiteten Furchen zu bringen. Jeweils einer hob die Löcher aus, der andere pflanzte und trat den Boden fest - immer schön im Abstand von vorgeschriebenen 40 Zentimetern. Obwohl kaum einer der Lionsmitglieder körperliche Arbeit gewöhnt ist, kam man mit der Arbeit gut voran. Allerdings machten dicke Wurzeln oder auch steinige Abschnitte den freiwilligen "Waldarbeitern" das Leben schwer.

Und so war es teilweise unmöglich, schnurgerade Reihen zu pflanzen. "Ach, das ist im Wald nicht so schlimm", winkte Burkhard Widecke, seit 33 Jahren im Wald Zuhause, ab. Der sorgte zusammen mit den beiden Kindern für den Nachschub an Pflanzgut. Als nach etwa zwei Stunden ständigem Bücken, Aufrichten und Festtreten das Tempo bei einigen Teilnehmern nachließ, griffen die Forstleute auch mal mit zu.

"Es ist zwar wirklich kein Zuckerschlecken, macht aber auch jede Menge Spaß und ist ein guter Ausgleich zur alltäglichen Arbeit am Schreibtisch. Außerdem schmiedet der gemeinsame Erfolg uns als Club weiter zusammen", meinte Wolfram Brinck, der mit Renate Raeck ein Team gebildet hatte. Die Zielitzerin war mit ihren 76 Jahren erneut die älteste Teilnehmerin. Erstmals dabei war unter anderen Erika Tholotowski, Bürgermeisterin der Niederen Börde.

"Ich habe um Aufnahme in den Lions-Club gebeten. Mit dem heutigen Einsatz will ich mich dafür empfehlen", meinte die zupackende Frau.

Einige der Lionsmitglieder hatten auch Familienmitglieder zur Verstärkung mitgebracht. Manuela Arras zum Beispiel neben ihren Eltern auch Sohn Tom. Der Sechsjährige gehört zur Generation, die Nutzen von den Bäumen haben. Erst in etwa 30 Jahren können die neugepflanzten Kiefern gefällt werden. Die Lions-Douglasien dagegen sind schon gut einen Meter hoch. Diese Baumart wächst nämlich nach der Anwuchsphase etwa einen halben Meter im Jahr. Allerdings hatten ge- fräßige Windschweine vor zwei Jahren vor der Arbeit der Lions keinen Respekt gezeigt. Die Forstleute mussten einige Stellen nachpflanzen.

Der Erlös der jüngsten Lions-Aktion wird erneut bis auf den letzten Cent für die Unterstützung von Projekten in der Region des ehemaligen Ohrekreises ausgegeben. "Auch deshalb haben sich die Anstrengungen wieder gelohnt. Herzliches Dankeschön an alle Beteiligte", so Wolfram Brinck bei dem anschließenden gemütlichen Beisammensein. Wie immer wurde gegrillt und auf den Erfolg angestoßen.

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