Bettina Behns soll neue Gleichstellungsbeauftragte in der Verwaltung der Niederen Börde werden. Die Trägerin des Ehrenamtes darf bei personellen Entscheidungen Hinweise geben und an Sitzungen des Gemeinderates sowie anderer Gremien teilnehmen.

GroßAmmensleben l Sie hat vorrangig die Aufgabe - und vor allem das Recht -, auf personelle, soziale und organisatorische Entscheidungen innerhalb der jeweiligen Behörde, der Institution oder des Unternehmens Einfluss zu nehmen. Dabei verfolgt eine Gleichstellungsbeauftragte das Ziel, Frauen und Männern die gleichen beruflichen Chancen einzuräumen. In der Verwaltung der Niederen Börde soll von nun an Bettina Behns dieses Ehrenamt ausüben. Die Mitglieder des Hauptausschusses reichten einen entsprechenden Beschluss einstimmig als Empfehlung an den Gemeinderat weiter.

"Ich habe hier schon immer das Gefühl gehabt, emanzipiert und akzeptiert zu sein."

Bettina Behns, Sachbearbeiterin Öffentlichkeitsarbeit Niedere Börde

Bettina Behns kümmert sich als Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit um die Gestaltung des Amtsblattes der Einheitsgemeinde - des Kulturspiegels - und organisiert zudem Führungen und Ausstellungen der Touristinformation auf der Domäne. Als Gleichstellungsbeauftragte könnte sie künftig auch Akten und Bewerbungsunterlagen einsehen und dürfte gegebenenfalls Widerspruch einlegen. Zudem hätte sie das Recht, an den Sitzungen des Gemeinderates und anderer Gremien der Einheitsgemeinde teilzunehmen und angehört zu werden.

"Das ist ein Thema, was ich nicht verkehrt finde. Ich habe hier aber schon immer das Gefühl gehabt, emanzipiert und akzeptiert zu sein", erklärt die 55-Jährige gegenüber der Volksstimme. "Bis auf den Betriebshof sind Frauen sogar in der Überzahl", fügt Bettina Behns hinzu. Was sie allerdings vor vielen Jahren bewegt habe, sei die Stellung zwischen Mann und Frau bis Ende der 1970er Jahre im Westen Deutschlands gewesen. "Erst ab 1977 mussten Frauen dort den Mann nicht mehr fragen, ob sie arbeiten gehen dürfen. Das ist erschreckend!", betont Bettina Behns.

"Zum Hauptamt gehört auch das Personal- wesen. Ich müsste mich somit selbst kritisieren."

Ines Schneider, Hauptamtsleiterin und bisherige Gleichstellungsbeauftragte

In der Gemeindeverwaltung mit Sitz in Groß Ammensleben habe es bisher keinerlei Probleme hinsichtlich ungleicher Chancen zwischen den Geschlechtern gegeben. Das bestätigt auch Ines Schneider. Die Hauptamtsleiterin war bisher als ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte benannt. Eine Doppelfunktion, die im Ernstfall zu Problemen führen könnte. "Zum Hauptamt gehört auch das Personalwesen. Ich führe beispielsweise die Bewerbungsgespräche", erläutert Schneider. "Ich müsste mich somit selbst kritisieren", ergänzt sie

Eine endgültige Entscheidung darüber, ob Bettina Behns das Ehrenamt künftig ausüben darf, stand am Dienstagabend auf der jüngsten Sitzung des Gemeinderates auf der Tagesordnung.