Die Textilwerkstatt in der Wolmirstedter Burgstraße 1 gibt es seit drei Jahren. Zum Tag der offenen Tür erfuhren die Besucher, das gleich nebenan auch ein Textilmuseum entstehen soll.

Wolmirstedt l Gisela Krohn betreibt seit drei Jahren in der Burgstraße eine Bastel- und Textilwerkstatt. Filzen, patchworken, nähen - die Liste der angebotenen Handarbeitstechniken ist lang. An ihrer Seite weiß sie 21 Frauen und einen Mann, die mit ihr das Hobby teilen. Einmal im Jahr öffnet die Wolmirstedterin ihre Werkstatt, will bei den Ohrestädtern die Neugier anstacheln und gleichzeitig das Interesse wecken.

"Wir haben noch aus- reichend Platz", so die promovierte Pädagogin, "suchen Mitglieder für unseren Verein, die sich in ihrer Freizeit kreativ beschäftigen möchten. Jeder ist willkommen, kann uns besuchen. Egal, ob er etwas lernen möchte, ein Geschenk anfertigen will oder selbst etwas kann, was er anderen vermitteln will."

Die Neugier zum Tag des offenen Ateliers zumindest war geweckt, das Interesse offensichtlich angestachelt. Gisela Krohn hat sie nicht im Einzelnen gezählt, aber sie schätzt, dass gut 200 Besucher zwischen 15 und 18 Uhr in der Burgstraße 1 vorbeischauten. Sie schauten der Meisterin bei der Arbeit über die Schulter, werkelten selber etwas oder erwarben eines der vielen kleinen Kunstwerke kurz vor Ostern, die die Vereinsmitglieder in liebevoller Kleinarbeit erstellt hatten. Und die treffen sich montags von 14 bis 19 Uhr. "Wir haben keine direkten Kurse, jeder erhält Hilfe und Beratung." Wobei, eine Weiterbildungsveranstaltung haben die Vereinsmitglieder besucht, in Braunschweig zur "Handmade". Gisela Krohn muss sich aber eingestehen, dass vorrangig Frauen zu ihr in die Burgstraße kommen.

"Der einzige Mann, Detlef Horstmann, kommt zwar nicht in die Werkstatt, aber hält dem Verein seit Jahren die Treue." Das ist der Pädagogin ganz wichtig: Der Verein hat sich bei seiner Gründung auch die Pflege und Weiterverbreitung traditioneller Handarbeitenstechniken und von Werkzeugen im Textilhandwerk auf die Fahne geschrieben.

Nicht nur, dass die Ausübung historischer Handwerkskunst in der Burgstraße betrieben wird, jetzt soll auch noch ein Textilmuseum eingerichtet werden. Zum Tag der offenen Tür durften die Besucher erstmals einen Blick auf die Baustelle in der Burgstraße 2 werfen. Gisela Krohn, die Hausherrin, ist optimistisch, dass das Museum kommen wird.

Sie hat bereits mit viel Liebe zum Detail das zweistöckige Haus des ehemaligen Holzpantoffelmachers Adolf Wess wieder restauriert. Die obere Etage bewohnt sie selbst, das Parterre jedoch steht regel- mäßig für kreative Leute offen. So lebt die handwerkliche Seele des Hauses weiter, auch wenn nicht mehr Holz, sondern Wolle und Stoff hier künstlerisch verarbeitet werden.

Die Besucher waren sehr angetan, wie modern die Ergebnisse der alten Techniken daher kommen. Selbst das sehr viel Geduld erfordernde Klöppeln hat in diesem Haus wieder eine Heimat gefunden. Ein echtes Kleinod ist der Innenhof, der an diesem Tag sonnendurchflutet war, und das Haus einst mit der Holz- pantoffelwerkstatt verband. "In Zukunft dann auch mit dem Textilmuseum", gibt sich die Textilgestalterin zuversichtlich.

 

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