Der Internationale Museumstag wird am 18. Mai begangen. In Wolmirstedt wird aus diesem Anlass eine Sonderausstellung eröffnet, die auch die Geschichte des fotografischen Gewerbes der vergangenen 150 Jahre der Stadt Wolmirstedt beleuchtet.

Wolmirstedt l Hinter den geschichtsträchtigen Mauern des Wolmirstedter Kreismuseums wird gegenwärtig die zweite Sonderausstellung vorbereitet. Zum Internationalen Museumstag am 18. Mai soll die Lebensgeschichte von Johann Heinrich Schulze "aufgerollt" und damit die Geschichte der Fotografie erzählt werden, erläutert Diplom-Museologin Susanne Oehme. "Dabei wird das Museum auch das fotografische Gewerbe der Stadt Wolmirstedt der vergangenen 150 Jahre beleuchten", so Oehme.

Die Idee für eine Ausstellung zur Historie der Fotografie hatte Museumsleiterin Annette Pilz. "Die Anregung, mit dieser Ausstellung das Leben von Johann Heinrich Schulze, einem der Wegbereiter der Fotografie, zu würdigen, kam aus Colbitz."

Hartmut Lehmann vom Museumshof Colbitz, erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Johann Heinrich Schulze in Colbitz zur Welt gekommen ist. Er gilt als Ent- decker der Lichtempfindlichkeit der Silbersalze, was für die Fotografie von epochaler Bedeutung war. Am 10. Oktober jährt sich zum 270. Mal der Todestag des gebürtigen Colbitzers. "Ein besonderer Anlass, sein Leben und sein Werk zu würdigen", so Lehmann.

Zum Internationalen Mu- seumstag, so berichtet Susanne Oehme, werden deshalb Mädchen und Jungen der Colbitzer Grundschule gegen 15 Uhr auch den epochalen Versuch des Universalgelehrten im Museum nachgestalten.

Die Geschichte der Fotografie selbst wird auf 17 Texttafeln niedergeschrieben. Zu den mehr als 60 Exponaten dieser Ausstellung aber gehören auch Fotoapparate, Objektive, Linsen und Fotos längst vergilbter Zeiten. So wird beispielsweise ein Linse aus dem Jahre 1860 zu sehen sein, ebenso wie Plattenkameras. Einen breiten Raum der Sonderausstellung nimmt die Geschichte des fotografischen Gewerbes in Wolmirstedt ein. Die beginnt um 1885 mit Paul Lorenz, der als Fotograf in der Ohrstadt tätig war und in diesem Jahr seine erste Anzeige schaltete. Bis zu seinem Tod im Jahr 1936 wirkte er als geachteter Fotograf.

Noch heute sind Porträtaufnahmen, aber auch Ansichtskarten im Museum aufbewahrt, die aus der Dunkelkammer des Fotografen stammen.

Ein zweiter Fotograf, der Wolmirstedt und seine Bewohner auf eine ganz besondere Art abgelichtet hat, war Heinz Steinke. Seit 1948 führte er als Familienbetrieb das erste Foto-Atelier in der Stadt. Nach 32 Jahren übernahm seine Tochter Gitta Nestler 1980 das Geschäft in der August-Bebel-Straße 20. Und weitere 32 Jahre später, wird das Fotogeschäft nun in dritter Generation seit dem 1. September 2012 von Michaela Nestler, der Enkeltochter des Gründers, weitergeführt.

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