Namen wie Ludwig Schumann, Hannes Andratschke und Charlie Ludwig haben in der Kulturszene einen ausgezeichneten Klang. Zu Recht, wie die drei Künstler am Mittwoch im kleinen Saal der Alten Dampfmolkerei in Colbitz eindrucksvoll bewiesen.

Colbitz l Das im BuchVerlag der Frau erschienene Buch "Große Zeit starker Frauen" stand im Mittelpunkt des Programms, zu dem der Colbitzer Kulturverein eingeladen hatte.

"Es wird immer viel über die Bauwerke an der Straße der Romanik geschrieben, aber wer spricht über die Menschen", begründete Autor Ludwig Schumann, warum er das Buch verfasst hat, das im vergangenen Jahr anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Straße der Romanik erschienen ist.

Von Königin Editha bis Elisabeth von Thüringen

Darin erzählt er über starke Frauen an der Straße der Romanik, vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Fesselnd schildert er das Leben von fast 30 Kaiserinnen, Landgräfinnen, Äbtissinnen, Mystikerinnen oder Klosterfrauen. Eine Leseprobe gab er unter anderem zu Königin Editha. "Sie hat Magdeburg geplant und wurde von den Magdeburgern ob ihrer Barmherzigkeit und Nächstenliebe sehr verehrt. Eigentlich hätte es Editha-Stadt Magdeburg heißen müssen", verpasste er einen kleinen Seitenhieb in Richtung der aufwändigen Otto-Kampagne.

Uta von Naumburg schildert er als fröhliche Harzer Grafentochter, ließ das Leben von Landgräfin Elisabeth von Thüringen oder Mechthild, der Mystikerin Revue passieren. Auch Frauen der Gegenwart setzt Schumann in seinem Buch ein Denkmal. Etwa der Retterin der Pretziener Kirche, Anna-Maria Meussling.

Musiker bringen die Dampfmolkerei zum Swingen

Zwischen den einzelnen Lese- stücken begeisterte Johannes Andratschke mit seiner starken und sehr gefühlvollen Stimme, begleitet von Gitarrist Charlie Ludwig. Die beiden Musiker regten den Saal und die Besucher förmlich zum mit- swingen an.

In der lockeren Atmosphäre kam Ludwig Schumann sogar ins Plaudern. Er erzählte von seiner Lehre als "Koch mit Abitur" im Interhotel "Erfurter Hof", bei der er unter anderem mit Sondergenehmigung der Staatssicherheit für das historische Treffen von Willy Brandt und Willi Stoph im März 1970 kochen durfte.

Herdith Wohlgemuth, Vorsitzende des Colbitzer Kulturvereines, sprach am Schluss des vergnüglichen und lehrreichen Abends wohl allen Besuchern aus dem Herzen, als sie sich bei den drei Künstlern herzlich bedankte.