Nach dem viel beachteten Wandfries im Ästhetikraum der Förderschule für geistig Behinderte in Wolmirstedt wollen die Schüler ein weiteres Projekt in Angriff nehmen. Diesmal geht es um Graffiti. Noch ist die Finanzierung nicht gesichert.

Wolmirstedt l "Vor zwei Jahren haben wir uns als Schöne-Schule erfolgreich an dem Projekt ,Ideen machen Schule` beteiligt. Nun bemühen wir uns erneut um die Finanzierung einer neuen Idee durch die PSD Bank Braunschweig, die diesen Schülerwettbewerb bereits zum achten Mal ausschreibt", erklärt Silvia Wöhe-Weise, stellvertretende Schulleiterin und Kunstverantwortliche.

Es geht um das kunstvolle Graffiti-Projekt "Kunst und Krempel", das vom Schülerrat vorgeschlagen wurde. Silvia Wöhe-Weise hofft sehr, dass die dafür benötigten Mittel zur Verfügung gestellt werden und sich Sponsoren finden. Geplant ist im Schuljahr 2014/15 eine längere Übungsphase zum Erlernen des Schreibens und Malens mit Spraydosen. Erst wenn die Mädchen und Jungen den Bogen raushaben, soll das Spruch- und Schablonengraffiti in Angriff genommen werden. "Erste Versuche werden mit Kreidemarkierungsspray gewagt", sagt Silvia Wöhe-Weise. Mögliche "Unfälle" würden dann vom Regen gnädig weggewaschen.

Anschließend soll dann mit Graffitispray ein größeres Wandbild gestaltet werden. Wo genau die Kunst platziert wird, muss noch mit dem Schulträger abgestimmt werden. Fest steht aber schon, dass Michael Wesemann, Inhaber eines Autohauses in Mose, ein altes Fahrzeug zur Verfügung stellt. Das dürfen die Schüler im Frühjahr 2015 nach Lust und Laune besprühen und später zum Spielen nutzen. Vorher soll es dazu einen Ideenwettbewerb geben. Das Auto bekommt dann später seinen Platz auf dem Freigelände.

Wie die Kunstlehrerin betont, hat das neue Projekt für die Schüler einen großen pädagogischen Nutzen. Es werde nicht nur Spaß beim Lernen vermittelt, sondern die Grob- und Feinmotorik verbessert. Gefördert werden auch die Auge-Hand-Koordination, Konzentration und nicht zuletzt soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Rücksichtnahme, Kritik und Selbstkritik. Benötigt wird für das neue Projekt Material in Höhe von über 1000 Euro. "Es wäre sehr schade, wenn wir das Geld nicht zusammenbekommen und die Schüler enttäuschen müssen. Die sind nämlich schon voller Vorfreude und haben auch eine Menge Ideen", sagt Wöhe-Weise.

Dass in der Schule Kunst einen hohen Stellenwert hat, fällt jedem Besucher sofort ins Auge. Überall hängen an den Wände kleine Kunstwerke: Ein großes Wandfries im Kunstraum und bunte Masken im Flur, für dessen Gesichter die Schüler Modell standen.

Wenn das neue Projekt finanziell gesichert ist, sollen auch Schüler der Kontaktgruppe des Kurfürst Joachim-Friedrich-Gymnasiums einbezogen werden, mit der die Schöne-Schule seit Jahren eine Partnerschaft pflegt, informiert die Kunst-Verantwortliche abschließend. Alle Beteiligten wünschen sich, dass die Realisierung des Graffiti-Projektes nicht so lange auf sich warten lässt, wie die Riesenschlange vor zwei Jahren. Damals dauerte es gut 17 Monate von der Idee bis zur Vollendung des Kunstwerkes.