"Musikschule rockt" heißt es am Sonnabend, 17. Mai, ab 19 Uhr in der Museumsscheune. An diesem Abend lassen Musikschüler die klassischen Noten zu Hause und widmen sich der Rockmusik der Neunziger Jahre genauso wie keltischen Rhythmen.

Wolmirstedt l Das hat es noch nicht gegeben. Drei Bands, die ihre Wurzeln in der Musikschule haben, sowie Hannah Elisa Lehr als Solistin wollen einen ganzen Abend lang die Museumsscheune rocken. Dabei sollen unter anderem alle Freunde der Musik von Oasis, den Red Hot Chillie Peppers oder von Nirvana, der Band um den unvergessenen Sänger und Songschreiber Kurt Cobain, auf ihre Kosten kommen, aber auch die Liebhaber keltischer Klänge werden sich gut unterhalten und fühlen und tanzen wollen.

"Wir haben die einmalige Situation, dass es an der Musikschule zwei Rockbands zur selben Zeit gibt", sagt Michael Brod, der an der Musikschule vor allem das Fach Gitarre unterrichtet, aber auch immer wieder darauf achtet, dass Schüler in Ensembles zusammenspielen. "Das gehört zu unserem Musikschulprofil dazu", sagt Michael Brod.

Es gibt derzeit die Band Sarásará sowie die Band Black Currant. Black Currant bedeutet schwarze Johannisbeere und zu dieser Musikgruppe gehören fünf junge Leute, die bereits seit Kindertagen ein Instrument spielen. Michelle Troitzsch (13), Jonas Pazina (15) und Denes Krebs (14) haben schon zusammen Musik gemacht, als die Gitarre noch beinahe länger war, als sie selbst. Erst haben sie Kinderlieder gespielt, später haben sie sich in einer Formation zusammen gefunden, die eher ruhige Lieder im Repertoire hatte. "Irgendwann entstand bei ihnen der Wunsch, lauter zu spielen", erzählt Michael Brod. Also sind sie von ihren klassischen Gitarren auf E-Gitarren und Bass umgestiegen und haben sich den zwölfjährigen Schlagzeuger Tom-Erik Thurau dazu geholt. "Er hat die wenigsten musikalischen Erfahrungen, aber im vergangenen Jahr den größten Entwicklungssprung gemacht", sagt Michael Brod. Der Vollblutmusiker, der Lob eher leise einsetzt, geht sogar noch einen Schritt weiter. "Mit seinen zwölf Jahren dürfte er der einzige Drummer auf diesem Niveau in seiner Altersklasse sein."

Die fünfte im Bunde ist Vanessa Wilke. Die 16-Jährige wird an der Musikschule eigentlich im Fach klassischer Gitarre unterrichtet, hat sich aber als Gesangstalent entpuppt.

Die fünf jungen Leute fiebern dem Rockabend entgegen. Sie proben im Keller der Musikschule in einem Raum, dessen Wände mit angeklebten Eierkartons schallisoliert wurden. Tom-Erik Thurau schlägt den Takt an, Bass und Gitarren stimmen lautstark ein und Vanessa singt kraftvoll. Die Hände des jungen Schlagzeugers fliegen. Michael Brod steht derweil in der hintersten Ecke des Raumes, nickt im Takt und seine leuchtenden Augen verraten, dass ihm das Zuhören unbändige Freude bereitet.

Der Musikschullehrer spielt selbst in der Band Celtic Chaos, die bereits seit 14 Jahren existiert. "Wir gehören inzwischen nicht mehr zur Musikschule", erzählt Michael Brod, "allerdings spielen zwei Musikschullehrer und vier ehemalige Schüler darin." Mit ihrem Mix aus irischer, bretonischer und schottischer Musik haben sie 2001 den Local-Heroes-Wettbewerb gewonnen, waren ein Jahr später gar zum Deutschen Rock- und Pop-Preis in Hamburg nominiert. Die Prämierung in Hamburg blieb aus, aber bei ihren Konzerten bringen sie die Zuhörer nach wie vor zum Tanzen.

Das Konzert "Musikschule rockt" ist zwar eine brandneue Erfindung, deren Wurzeln liegen aber tief in vergangener Zeit. "Das Bürgerhaus hat früher regelmäßig ein Rockfest veranstaltet", sagt Michael Brod, "daran wollen wir anknüpfen." Die Museumsscheune sieht er als idealen Konzert- raum. "Die Akustik ist toll und wenn wir die Tore öffnen, können wir das Ambiente eines Open-Air-Konzertes vermitteln", meint Brod. Zwischen den drei Bands wird sich die Solistin Hannah Elisa Lehr behaupten, die mit ihrer kraftvollen Stimme bereits ein Fernsehpublikum begeisterte.

Der Eintritt zu "Musikschule rockt" ist frei.

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