NiedereBörde l Lange hatte es gedauert, bis der Magdeburger Autor Klaus-Dieter Kagelmann seine gesammelten Sagen in Buchform vorlegen konnte. Für die Region Niedere Börde hatte die 3. Heimatgeschichtliche Konferenz im Jahr 2010 in Gutenswegen dafür den entscheidenden Impuls gegeben. Dort wurde während eines Symposiums erstmals von Klaus-Dieter Kagelmann die Idee geäußert, auch die Sagenwelt zwischen Ohre und Felsenberg aufzuarbeiten.

Mehr als zwei Jahre gingen dann ins Land, bis Anfang Dezember 2013 der Magdeburger Autor sein Buch auf den Markt brachte. Im April fand Kagelmann endlich die Zeit, sein Buch "Sagen zwischen Ohre und Felsenberg", das im Block-Verlag in der Altmark gedruckt wurde, in der Niederen Börde persönlich vorzustellen.

Zur Präsentation hatte die Kulturhistorische Gesellschaft Groß Ammensleben in die Gaststätte "Zur Post" eingeladen. Und der Besuch, so ihr Vorsitzender Rüdiger Pfeiffer, "war an diesem Abend sagenhaft!" In seiner humorigen Art philosophierte Kagelmann über seine Ambitionen und wie er letztlich dazu gekommen ist, in die Sagenwelt der Börde einzutauchen und sich intensiv mit ihr auseinanderzusetzen.

Mit großem Erstaunen nahm das trotz des unwirtlichen Aprilwetters zahlreich erschienene Publikum zur Kenntnis, dass Kagelmann allein für die Region der Niederen Börde einen ursprünglichen Bestand von etwa 1200 bis 1500 Sagen annimmt, von denen über die Jahre jedoch nur wenige bekannt und erforscht sind.

"Zumeist werden Sagen mit dem Harz und dem Brocken in Verbindung gebracht", berichtet der Autor. "Doch auch unsere Vorfahren haben sich in dieser kulturträchtigen und geschichtsmächtigen Landschaft an Ohre und Elbe Geschichten erzählt und Erklärungen für außergewöhnliche Erscheinungen gesucht. Und nicht zuletzt erzählen Sagen von den Urwünschen der Menschen nach Glück, Geborgenheit und erfülltem Leben."

Auf die Frage, ob dem Magdeburger bestimmte Sagen besonders am Herzen liegen, antwortete Kagelmann, dass er stets mit der ersten Sage, die er gerade bearbeite, ein besonders "inniges Verhältnis" hat und dann folgen noch meist ein, zwei weitere aus seinem inzwischen Tausende umfassenden Bestand. Die poesievolle Sage von der Blauen Warte bei Wanzleben, die zu den "Auserwählten" gehört, hatte er in seiner Aktentasche dabei und bat Rüdiger Pfeiffer, sie ad hoc vorzulesen. Das kam bei der Höreschaft gut an.

Kagelmann selbst las dann auf Wunsch des Publikums zwei weitere Sagen vor, die ihren Ursprung in Groß Ammensleben hatten, ehe er sich den Fragen der Zuhörer stellte. Ein sagenhafter Abend, so der Tenor, ging viel zu früh mit der Signierung von Buchexemplaren zu Ende. Die Lesung, so resümierte Rüdiger Pfeiffer abschließend, "brachte für alle einen ersten Vorgeschmack auf die 1050-Jahr-Feier, die im kommenden Jahr in Groß Ammensleben ansteht".