Am 25. Mai wählen Bürger aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union das neue Parlament. Welche Aufgaben es hat, darüber berichtete der Europa-Abgeordnete Horst Schnellhardt bei einem Besuch in der Colbitzer Grundschule.

Colbitz l Seit 20 Jahren sitzt Dr. Horst Schnellhardt für die Christdemokraten im Europaparlament. "Ich sitze zwar ganz hinten, bin aber kein Hinterbänkler", beantwortete er mit einem Augenzwinkern eine der vielen Fragen, die die Colbitzer Grundschüler an ihn richteten. "Geredet wird im Parlament vom Platz aus, nicht wie im Bundestag vom Rednerpult", erzählte Schnellhardt, der früher als Tierarzt in Halberstadt gearbeitet hat, "die Redezeit ist begrenzt, wird sie überschritten, schaltet der Parlamentspräsident einfach das Mikrofon ab."

Der Politiker betonte, dass die europäische Einigung mit verantwortlich dafür sei, dass es in Europa seit Jahrzehnten friedlich zugeht. "Als ich so alt war wie ihr, gab es noch eine Grenze quer durch Europa. Die Länder, die dahinterlagen durften wir nicht besuchen. Ihr könnt heute überall hinreisen und braucht dabei für viele Staaten nicht einmal Geld umzutauschen", hob er einige Vorteile der Europäischen Union hervor.

Schnellhardt berichtet, dass er Mitglied im Ausschuss für Umweltfragen, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit ist sowie ordentliches Mitglied des Europaparlamentes bei der Paritätischen Versammlung zwischen den Staaten Afrikas, des Karibischen Raumes und des Pazifischen Ozeans sowie der Europäischen Union.

Die Colbitzer Grundschüler hatten sich intensiv auf das Treffen mit dem Europaparlamentarier vorbereitet. So verblüfften sie den Politiker beispielsweise mit Fragen nach den Gefahren, die von Rohmilch ausgehen. "Mit diesem Thema haben wir uns gerade intensiv im Ausschuss beschäftigt", wunderte sich Horst Schnellhardt. Lehrerin Annette Gründler klärte auf. "Einige Schüler haben sich schon im Internet über Ihre Arbeit informiert."

Die Colbitzer Schüler hatten den Gast mit ihrem Europalied begrüßt, das sie beim Frühlingsfest erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt hatten. Der Parlamentarier bedankte sich mit kleinen Geschenken und einer großen Europafahne, die demnächst über der Colbitzer Grundschule wehen wird.