Wolmirstedts Entwicklung ist derzeit vom Wegfall geprägt. Vom ehemaligen Krankenhaus stehen nur noch Reste des Bettenhauses. Das Landratsamt wird über kurz oder lang nicht mehr besetzt sein. Das Revierkommissariat der Polizei soll künftig nicht mehr als solches existieren.

Wolmirstedt l Die Tage des ehemaligen Krankenhauses sind gezählt. Nur das Gerippe des Bettenhauses steht noch allein vor den Schuttbergen. Der Zahn eines Baggers kratzt bereits die Außenhaut von der Mauer. Bald ist alles dem Erdboden gleich. Dann ist das Krankenhaus endgültig Geschichte.

Der Plan, darin ein Ärztehaus zu errichten, ist schon lange geplatzt. Die Mediziner haben sich längst in anderen Praxen niedergelassen. Was aus dem Gelände wird, ist noch unklar. Ist es beräumt, wird es der Stadt übertragen. Das damalige Sana-Ohreklinikum hat außerdem 40000 Euro gezahlt, als Wiedergutmachung für das nicht entstandene Ärztehaus. Dieses Geld soll in das Stadtentwicklungskonzept fließen, in dem auch über die künftige Nutzung der Leerflächen innerhalb der Stadt beraten wird. Dazu trifft sich regelmäßig eine Lenkungsgruppe, die unter der Leitung des Stadtplanungsbüros Stefan Westermann das Gesicht Wolmirstedts bis 2030 gestalten will. In der Lenkungsgruppe sind unter anderem die Wohnungsgesellschaften, Selbstständige und Stadträte vertreten. Im Sommer soll zu einer bürgeröffentlichen Leitbildwerkstatt geladen werden.

Neben dem abgerissenen Krankenhaus gibt es weitere Objekte, die künftig weniger genutzt werden als bisher, womöglich sogar bald leerstehen. Dazu gehört das Landratsamt. In Haldensleben soll ein neuer Hauptsitz der Kreisverwaltung gebaut werden und 2016 fertig sein. Für eine noch nicht bekannte Übergangszeit soll auch nach 2016 in Oschersleben eine Außenstelle des Landratsamtes Bestand haben. Wolmirstedt kommt als Außenstelle in diesem Konzept nicht mehr vor. Das Gebäude in der Farsleber Straße gehört dem Landkreis. Die Nachnutzung des Hauses ist nicht geklärt. Die Kreisverwaltung muss erst bis zum 30.Juni 2015 ein Liegenschaftsnachnutzungs- und Verwertungskonzept vorlegen. Darin sollen auch die Kosten eines möglichen Leerstands erfasst werden.

Jüngst machten Pläne des Innenministeriums Schlagzeilen, nach denen im Land 16 der 30 Revierkommissariate wegfallen sollen. Das betrifft auch Wolmirstedt. "Das heißt nicht, dass die Polizei ausradiert wird", erklärt Michael Kraska vom Innenministerium, "die Strukturen werden geändert, aber es wird weiterhin polizeiliche Ansprechpartner vor Ort geben."

Zu den Ansprechpartnern vor Ort sollen auch sogenannte Regionalbereichsbeamte gehören. Sie sollen unter anderem die Zusammenarbeit mit kommunalen Verantwortungsträgern übernehmen. "Den Einsatz der Regionalbereichsbeamten sehe ich als positives Zeichen, was die Polizeipräsenz vor Ort betrifft", sagt Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU). Er könne sich vorstellen, bei Bedarf im Rathaus ein Büro zur Verfügung zu stellen. Für Entschlüsse ist es jedoch noch zu früh. Details der Polizeireform werden derzeit in der Landesregierung verhandelt.

   

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