Hobby-Imker Reinhard Jacob geht mit seinen Bienenvölkern auf Reisen, um unter anderem ein Rapsfeld nähe Oschersleben zu bestäuben. Am liebsten hat der Elbeuer seine Bienen aber bei sich zu Hause.

Elbeu l Reinhard Jacob ist sich sicher, dass er den Geschmack seiner verschiedenen Honigsorten auch mit verbundenen Augen erkennen kann. Auf seinem Frühstückstisch stehen jeden Morgen neben Wurst und Käse auch Robinien-, Linden-, und Kornblumenhonig, um nur drei der neun verschiedenen Sorten zu nennen, die Jacob im Angebot hat. Reinhard Jacob ist Hobby-Imker, mit seinen rund 65 Bienenvölkern lebt der 67-Jährige in Elbeu.

Zur Zeit sind seine Bienen der Rasse Carnica sozusagen auf Reisen. Der erste Stopp in diesem Jahr ist das Rapsfeld der Agrar GbR Dippe in Wulferstedt bei Oschersleben. Zur Saatgutvermehrung des Raps` auf der einen Seite und zur Erzeugung von Rapshonig auf der anderen Seite verbringen die summenden Völker mehrere Wochen vor Ort. "Das Wetter spielt gerade sehr gut mit", sagt Jacob, hebt den Deckel eines Bienenhauses hoch und zieht eine Wabe hervor.

Bis zu 50000 Bienen tummeln sich innerhalb eines Volkes an den Waben. "Die sind schon gut gefüllt mit Honig, die Bienen fangen schon an, die Waben mit Wachs zu verschließen." Das bedeutet, erläutert der Imker, dass der Honig darunter reif ist.

Mit einem sogenannten Smoker beruhigt Jacob seine Bienen, indem er Rauch auf sie bläst. "Wenn sie den Nektar vom Raps ernten, sind meine sonst sanftmütigen Bienen immer sehr aufregt und teilweise aggressiv", erklärt der Elbeuer. "Die gelben Punkte hier in der Wabe", erläutert Reinhard Jacob weiter, "das ist der Blütenstaub der Rapspflanzen." In dieser oder nächster Woche wird der Hobby-Imker seine Völker wahrscheinlich wieder mit nach Hause nehmen. "Dann schleudere ich den Honig aus den Waben. Wenn alles gut läuft, dann habe ich Ende dieser Woche schon frischen Rapshonig", sagt der 67-Jährige und freut sich.

Nachdem der Raps verblüht ist, wandert Jacob mit seinen Bienen weiter zu den Robinien nach Dolle. Erst im Herbst kommen die Bienen von ihrer langen Reise durch die Felder und Wälder wieder nach Hause zurück zum Überwintern. "In Elbeu bestäuben sie dann aber erst die umliegenden Rapsfelder und Blüten der Nachbarsgärten", sagt Jacob. Da er in dieser Umgebung keinen Einfluss auf den Nektar nehmen kann, wird der daraus gewonnene Honig als Mischhonig verkauft. "Da kann dann beispielsweise auch Nektar von Apfelblüten drin sein." Diese Honige schmecken dann auch immer unterschiedlich, erzählt der 67-Jährige. Seine Bienen füttert Reinhard Jacob über die kalten Monate mit Zuckerwasser. "Den Honig, ihre Nahrungsquelle, habe ich ihnen ja weg genommen."

Zu Hause in Elbeu hat der Hobby-Imker seine Bienenvölker am liebsten. "Hier habe ich sie in meiner Nähe und weiß, dass die Vergiftungsgefahr für die Bienen geringer ist." Solange es geht, möchte Jacob seine Bienen behalten und weiterhin Honig ernten und verkaufen. "Es ist mein Hobby, seit ich 13Jahre alt bin. Schon mein Vater und mein Großvater hielten sich Bienenvölker zu Hause." Und auch der eine oder andere Bienenstich mache ihm nichts mehr aus. "Einfach Zwiebelsaft drauf, das mildert den Schmerz", kennt sich der Fachmann bestens aus.

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