80 Feuerwehrleute aus der Hohen Börde rückten am Wochenende nach Heyrothsberge aus. Acht Stunden praxisnahe Ausbildung an der Brand- und Katastrophenschutzschule standen auf dem Tagesprogramm.

Heyrothsberge/HoheBörde l Viel heißer als an der warmen Frühlingsluft ging es im Brandhaus der Heyrothsberger Feuerwehrschule zu. Immer wieder schossen neue Flammen den Feuerwehrleuten entgegen. Ausbilder Stephan Libbe (Leiter der Niederndodeleber Ortsfeuerwehr) regelte den Flammenteufel per Fernbedienung - und schickte per Knopfdruck zusätzlichen Nebel gleich hinterher. Heftige Hitze, starker Rauch, Schweiß unter der Atemschutzmaske, das vibrierende Wasserstrahlrohr in den Händen: "Das ist ein Einsatz ganz nah an der Realität", erklärte Libbe.

Ein echter Härtetest unter, auf und über dem Erdboden

Unter vollem Atemschutz mussten die Feuerwehrleute den Ernstfall in einem nachgestellten Verkaufsraum und einem Wohnzimmer üben, mal kniend, mal stehend und immer die Hitze im Nacken und den Schweiß auf der Stirn.

Neben der Ausbildung im Brandhaus trainierten die Feuerwehrleute aus 13 Ortsfeuerwehren der Hohen Börde an fünf weiteren Stationen auf dem angrenzenden Übungs- gelände. Neun gestandene Ausbilder standen ihnen zur Seite.

Die 80 Kameraden testeten ihr Wissen in Erster Hilfe. An der Drehleiter steuerten sie den Korb in luftige Höhen an den Übungsturm. "Bei einigen Einsätzen muss die Besatzung des Fahrkorbs die Drehleiter mit der Fernbedienung von oben steuern. Der Maschinist unten an der Drehleiter kann unter bestimmten Einsatz- bedingungen gar nicht sehen, wohin der Korb in der Höhe muss. Die Kameraden im Korb können das besser einschätzen. Das üben wir heute", erläuterte Gemeindewehrleiter Axel Klitschke. Nebenan wies Irxlebens Ortswehrleiter Markus Rölecke die Brandschützer in die Handhabung der Wärmebildkamera ein. Mit diesem High-Tech-Gerät können Personen in verrauchten Räumen lokalisiert, die Brandausbreitung in schwer einsehbaren Hohlräumen erkannt und Glutnester entdeckt werden. Die Wärmebildkamera hilft auch bei der Orientierung der Feuerwehrleute bei starker Rauchentwicklung, die typisch für Brandeinsätze in Gebäuden ist.

Einen Steinwurf entfernt ging es nach oben und unten. In Kellerkatakomben mussten die Ausbildungsteilnehmer bei völliger Dunkelheit und unter Atemschutz die engen Gänge durchkriechen. Eine Erfahrung der ganz besonderen Art.

Riesenzuspruch macht eine erneute Auflage wahrscheinlich

Höhenangst galt nicht beim Klettern mit der Steck- und mit der Schiebeleiter. An einer mehrgeschossigen Gerüst- ballustrade stand das Überwinden balkonähnlicher Hindernisse und die Rettung verletzter Personen aus dem Gebäude-Inneren im Fokus.

Geschaft, aber glücklich ließen die Feuerwehrleute bei der Mittagsrast das erlebte Revue passieren. Die Stimmung war gut, Ausbilder und Teilnehmer zufrieden.

2013 hatte die Gemeindefeuerwehr einen ersten für alle Ortsfeuerwehren offenen Ausbildungstag in Niederndodeleben organisiert. "Damals waren 40 Kameraden gekommen, heute sind es doppelt so viel. Das freut uns natürlich. Es zeigt uns, dass eine solche praxisnahe Ausbildung wichtig ist und bei den Kameraden ankommt", betonte Stephan Libbe.

Gemeindwehrleiter Axel Klitschke ergänzte: "Nach so einer Resonanz werden wir das wohl im kommenden Jahr wieder organisieren. Ermöglicht hat diesen Tag die Gemeinde Hohe Börde. Sie hat die Ausbildung komplett finanziert."

   

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