Eine Sackgasse im Ebendorfer Wohngebiet An der Neuen Torstraße soll künftig Zum Schafstall heißen. Kein schöner Name für eine Straße, finden einige Gemeinderatsmitglieder. Auch die Ebendorfer Ortschaftsräte haben plötzlich eine andere Idee. Doch der umstrittene Name bleibt.

Ebendorf l Elf neue Eigenheime entstehen gegenwärtig in Ebendorf und mit ihnen auch ein neues Wohngebiet: An der Neuen Torstraße. Um die Grundstücke zu erschließen, ist auch eine Stichstraße vorgesehen. Die Suche nach einem Namen für diese Sackgasse hat sowohl unter den Mitgliedern des Ebendorfer Ortschaftsrates als auch im Gemeinderat Barleben für Diskussionen gesorgt.

Zur Vorgeschichte: Von sieben anwesenden Ortschaftsräten in Ebendorf waren auf deren jüngsten Sitzung am 15. April nur zwei Mitglieder dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hatten für den Namen Zum Schafstall gestimmt. Schafstall deshalb, weil sich früher tatsächlich einmal Ställe dort befunden haben. Bei einer Nein-Stimme enthielten sich die anderen vier Ortschaftsräte. Damit fiel die Entscheidung zugunsten des Vorschlags AUS.

Als die Benennung der Stichstraße am vergangenen Donnerstag im Barleber Gemeinderat auf der Tagesordnung stand, brachte Wilma Wischeropp stellvertretend für eine Mehrheit ihrer Ortschaftsratskollegen aus Ebendorf plötzlich einen anderen Vorschlag vor. "Ich stelle den Antrag, die Straße stattdessen Zur Röthe zu nennen", sagte die Freie Wählerin. Als die Ortschaftsräte am 15. April getagt hatten, sei ihnen auf Anhieb keine passende Alternative eingefallen, erklärte Wischeropp. Sieben von neun Ortschaftsratsmitgliedern hatten anschließend für den Vorschlag Zur Röthe unterschrieben. Das Gremium wollte somit auf ungewöhnlichem Weg seine eigene Entscheidung kippen.

Daraufhin entbrannte im Gemeinderat eine Diskussion über Namensalternativen und über die Verbindlichkeit von Beschlüssen der Ortschaftsräte. "Zum Schafstall zu wohnen klingt nicht so angenehm", sagte beispielsweise Hans-Jürgen Knust (FDP). Klaus Fischer (Linke) wiederum schlug Zur Schäferei als Alternative vor.

Bürgermeister Franz-Ulrich Keindorff (FDP) erinnerte daran, dass die Mitglieder des Hauptausschusses zuvor angeregt hatten, die Namenswahl noch einmal zu überdenken: "Ich appelliere daran, so zu handeln wie immer", sagte er. Im Klartext bedeutet das: Es gilt als ungeschriebenes Gesetz, den Beschluss eines Ortschaftsrates zu akzeptieren. Bei der Abstimmung entschieden sich schließlich sechs Gemeinderatsmitglieder für den Vorschlag der Verwaltung, drei waren dagegen und neun Volksvertreter enthielten sich einer Meinung. Damit wohnen die Eigenheimbesitzer künftig also doch Zum Schafstall.